Do., 27.11.2025 | in:
Salzburg

Pathophysiologie der Sehne: Neue Erkenntnisse

PhysioTalk 25.2. LV Salzburg

Am Mittwoch, dem 19. November fand der PhysioTalk 25.2. in den Räumlichkeiten der FH Salzburg Puch Urstein statt. Knapp 100 Teilnehmer*innen konnten sich zum Thema „Ellbogen – Epicondylopathie clever therapieren statt ratlos pausieren“ auf den neuesten Stand der Wissenschaft bringen. Zusätzlich wurde im Rahmen dieser Veranstaltung der Zukunftspreis für die beste Bachelor-Arbeit der FH Salzburg verliehen. Als Sieger ging Stefan Zwirchmayer hervor, der seine hervorragende Arbeit zum Thema GERD auch präsentieren durfte. Danach starteten Annina Gunti, Physiotherapeutin vom Universitätsspital Bern mit den Fachvorträgen. Sie erklärte zunächst neueste Erkenntnisse der Pathophysiologie der Sehne. Der Begriff Epicondylitis ist überholt, denn es handelt sich nicht wie angenommen um eine Entzündung, sondern vielmehr um eine degenerative Veränderung der Sehne. Durch repetitive Handgelenksbewegungen in Kombination mit Ellbogen-Bewegungen bei denen die Belastbarkeit geringer ist als die Belastung verändern sich die Strukturen der Sehne. Es gibt viel mehr Typ 3 Kollagen als Typ 1, die Fasern sind ungeordnet und es herrscht ein erhöhter intratendinöser Druck. Dadurch kommt es zu Funktionsverlust bzw. zu lokalen Schmerzen.

In welcher Heilungsphase sich der/die Patient*in befindet, kann man durch verschiedene Provokationstests wie COZEN, MOUDSLEY, COENEN bzw. über die Griffkraft eruieren. Zur weiteren Evaluierung sollte man den PRTEE Fragebogen (entwickelt von Annina Gunti und Kollegin) verwenden.

Basierend auf dieser Erkenntnis stellte Annina Gunti anschließend das Therapieprogramm vor. Entscheidend ist hierbei das Load-Management. Dabei sollten von isometrischen Spannungsübungen, exzentrischen Bewegungen über heavy-slow-resistant Training, bis hin zur Plyometrie, alle Bewegungskomponenten abgedeckt werden, unter Berücksichtigung des PAIN MONITORING MODELS. Das heißt, dass der/die Patient*in bei der Durchführung der Bewegungen die VAS 3 nicht überschreiten darf.

Als zweiten Fachbeitrag dieses Abends stellte Mathias Meusburger, Senior Instruktor für den Verein Triggerpunkt Österreich, zunächst die Behandlungsmethode Dry Needling vor und anschließend Behandlungsmöglichkeiten bei der Epicodylopathie am Ellbogen. Mathias Meusburger hob hervor, dass seit diesem Jahr Dry Needling als Kassenleistung im Zuge einer physiotherapeutischen Leistung gelistet ist. 

Bei der Behandlung des Ellbogens ist bei der Durchführung von Dry Needling eine ausführliche Anamnese ebenso wichtig. Werden Myofasciale Schmerzen z.B. am lateralen Ellbogen festgestellt, müssen die Muskeln behandelt werden, in denen mögliche Triggerpunkte den lateralen Ellbogen-Schmerz verursachen. Dazu gehören folgende Muskeln: Der M. supinator sowie der M triceps brachii. Nicht außer Acht zu lassen sind hierbei auch sogenannte Myofasciale Ketten. Durch Satellitentriggerpunkte können weitere Triggerpunkte weit entfernt vom ursprünglichen Schmerz entstehen. Zu erwähnen sind bei der lateralen Epicondylopathie die M. scalenii. 

Abschließend betonte Mathias Meusburger die Wichtigkeit anatomischen Wissens bei der Anwendung von Dry Needling.

Die gewonnenen Erkenntnisse wurden am nächsten Tag bei einem physio-workshop von Annina Gunti praktisch vermittelt.