VKI-Test 2014: "Physiotherapeuten in Salzburg"

Physio Austria informiert über den vom Verein für Konsumenteninformation (VKI) durchgeführten Test "Physiotherapeuten in Salzburg", laut dem 19 PhysiotherapeutInnen bzw. physiotherapeutische Einreichtungen getestet wurden.

Der VKI testet regelmäßig diverse Einrichtungen des Gesundheitswesens und Angehörige gesetzlich geregelter Gesundheitsberufe – darunter auch freiberuflich tätige PhysiotherapeutInnen – wie dies  bereits 2012 in Kooperation mit dem Hauptverband der Österreichischen Sozialversicherungsträger in der Steiermark und in Vorarlberg der Fall war. Physio Austria hat damals umfassend berichtet. Auch heute wurde wieder ein Test – dieses Mal in Salzburg – veröffentlicht. Wie bereits 2012 wurde Physio Austria im Vorfeld nicht vorab durch den VKI über den bevorstehenden Test informiert.

 Testergebnis

Laut Information des VKI wurde der Test von zwei Testpersonen, die jeweils eine ärztliche Verordnung für Physiotherapie (30 Minuten), Teilmassage (15 Minuten) und zwei passive Therapien (z.B. Moorbehandlung, Strom oder Ultraschall) mitbrachten, durchgeführt. Alle 19 Einrichtungen wurden, so der VKI, von beiden Testern je drei Mal besucht, woraus sich eine Gesamtzahl von 114 Therapieeinheiten ergibt.
In einer Presseaussendung des VKI heißt es:

  • "Nur bei zwei dieser 114 Besuche wurde jedoch streng nach ärztlicher Verordnung gehandelt. Im Großteil der Fälle wurden verschriebene Therapien entweder gar nicht vorgenommen oder die dafür vorgesehene Dauer nicht eingehalten."
  • "Weiters gaben nur fünf von 38 ausgestellten Rechnungen die tatsächlich erbrachten Leistungen wider. Obwohl zum Teil ganz andere Therapien erfolgt waren, wurden auf den meisten Rechnungen die vom Arzt verordneten Behandlungen ausgewiesen. 'Das kann auf die Patienten zurückfallen', betont VKI-Expertin Klepp. 'Wer wider besseres Wissen eine falsche Rechnung zur Kostenerstattung bei der Krankenkasse einreicht, begeht einen Betrug und der ist strafbar.' "

Der vollständige Test des VKI und weitere Informationen finden sich unter www.konsument.at sowie im April-Konsument.

Reaktion Physio Austria

In der Physiotherapie gelten hohe Standards für die Dienstleistungserbringung und es wird kontinuierlich an der Qualitätsverbesserung gearbeitet. Besonderes Interesse an einer adäquaten Behandlung sowie das Anrecht darauf haben in erster Linie natürlich die PatientInnen und KlientInnen. Solche Tests zeigen daher immer auch ernst zu nehmende Verbesserungspotenziale auf, wobei dabei aber allzu oft nicht regelkonformes Verhalten die große Mehrzahl der korrekt erbrachten und hochqualitativen Leistungen in die Marginalität rückt.

Das VKI-Testergebnis ist aus Sicht von Physio Austria differenziert zu betrachten. Es lässt Spielraum für Fehlinterpretationen zu. Im Besonderen lässt es keinen Rückschluss auf die Qualität der physiotherapeutischen Dienstleistungen oder den Berufsstand der österreichischen PhysiotherapeutInnen zu.

Physio Austria hat umgehend mit einer Presseaussendung auf die Veröffentlichung des Testergebnisses reagiert und eine Pressemitteilung versandt. Diese findet sich hier.

Des weiteren informiert der Bundesverband die Mitglieder über die entsprechenden Medien und wird in der Folge nach Analyse des Testergebnisses auch detaillierter über die Inhalte informieren.

Auch eine Stellungnahme an den VKI wurde bereits erarbeitet und übermittelt. Diese finden Sie als pdf zum Download anbei.