Umsetzung der Basismobilisation und der zugehörigen Ausbildungsverordnung

Im Zuge der Umsetzung der Medizinischer Masseur und Heilmasseur - Ausbildungsverordnung (MMHm-AV) hinsichtlich der Spezialqualifikation Basismobilisation werden aktuell vermehrt Anfragen zum Thema an Physio Austria herangetragen. Diese betreffen die Fragestellungen wer/welche Einrichtung Praktikumsplätze anbieten und wer die Praktikumsbetreuung übernehmen darf. Diesbezüglich gibt es im MMHmG sowie der zugehörigen und das MMHmG konkretisierenden Ausbildungsverordnung (MMHm-AV) klare Regelungen, die im Folgenden dargestellt werden.

Gemäß dem Medizinischer Masseur- und Heilmasseurgesetz (MMHmG) definiert sich die Basismobilisation (vgl. § 60 MMHmG) als "die Unterstützung der Patienten bei der Verbesserung ihrer Mobilität und im sicheren Umgang mit Gehhilfen."

In welchen Einrichtungen darf das Praktikum absolviert werden?

In der MMHm-Ausbildungsverordnung (MMHm AV), Anhang 8 ist klar definiert, dass die im Umfang von 40 Stunden vorgesehene praktische Ausbildung in Einrichtungen, „die der stationären Betreuung dienen“ zu absolvieren ist. Unter solchen Einrichtungen sind insbesondere stationäre Krankenanstalten, stationäre Rehabilitationseinrichtungen und stationäre Pflegeeinrichtungen zu verstehen. Diese müssen gemäß § 30 MMHm AV nebst der Zuordnung zum stationären Bereich zwingend auch die für die Erreichung der Ausbildungsziele erforderliche Sach-. Personal- und Raumausstattung besitzen.

Wesentlich ist es, darauf hinzuweisen, dass die in § 14 MMHmG genannten, für die Berufsausübung durch Medizinische MasseurInnen nach Erlangung der Berufsberechtigung zulässigen Dienstverhältnissen, nicht mit den zulässigen Praktikumsstellen für die Spezialqualifikation Basismobilisation gleichgehalten werden dürfen. Die Anwendung der Basismobilisation durch Medizinische MasseurInnen/HeilmasseurInnen ist im Praktikum wie auch nach erfolgreicher Absolvierung der Ausbildung zielt auf den Einsatz im stationären Bereich ab. Die Spezialqualifikation Basismobilisation wurde berufsgesetzlich als Spezialqualifikation geregelt, um Medizinischen MasseurInnen/HeilmasseurInnen in Krankenanstalten zu ermöglichen, im Rahmen eines Assistenzdienstes - in Analogie zur Pflegehilfe - Maßnahmen der Basismobilisation durchzuführen. Dies nach entsprechender Ersteinschätzung durch und unter Voraussetzung der Zusammenarbeit mit einer/einem PhysiotherapeutIn. Freiberuflich tätige PhysiotherapeutInnen in eigener Praxis oder z.B. eingemietet in einem Pflegeheim, entsprechen nicht den gesetzlichen Anforderungen der Ausbildungsverordnung an die praktische Ausbildung für die Spezialqualifikation Basismobilisation. Im konkreten Beispiel der Einmietung und räumlichen Einlagerung einer Praxis für Physiotherapie in einem Pflegeheim muss festgehalten werden, dass die/der PhysiotherapeutIn dem Pflegeheim weder organisationsrechtlich noch dienstrechtlich zugeordnet werden kann. Ebenso erfüllen auch weitere ambulante Versorgungsformen, insbesondere im niedergelassenen Bereich, wie u.a. Krankenanstalten in der Betriebsform eines selbständigen Ambulatoriums, Formen der niedergelassenen ärztlichen Berufsausübung wie (fach)ärztliche Ordinationen/Ordinations,- und Apparategemein-schaften/Gruppenpraxen, die der ambulanten Betreuung dienen, nicht die Auflagen des MMHmG in Verbindung mit der zugehörigen Ausbildungsverordnung an die Praktische Ausbildung zur Spezialqualifikation Basismobilisation.

Wer darf die Praktikumsbetreuung übernehmen?

§ 64 MMHm-AV Abs. 3 regelt, dass der Unterricht im Rahmen der theoretischen Ausbildung von Lehrkräften durchzuführen ist, die über eine der in der Anlage 8 für das betreffende Unterrichtsfach festgelegten Qualifikationen verfügen. Dies sind für die Basismobilisation PhysiotherapeutInnen und ÄrztInnen.

Die praktische Ausbildung ist gemäß § 64 MMHm-AV Abs. 3 von Fachkräften durchzuführen, die über eine Berechtigung zur Ausübung der jeweiligen Spezialqualifikation – im gegebenen Fall der Basismobilisation - verfügen.
Über die Berechtigung zur Ausübung der erworbenen Spezialqualifikation verfügen gemäß § 62 MMHmG Personen, die zur Berufsausübung als medizinischer Masseur oder Heilmasseur berechtigt sind, und über

  1. einen Qualifikationsnachweis über die erfolgreich absolvierte Ausbildung zur Spezialqualifikation Basismobilisation oder
  2. eines gleichwertigen Qualifikationsnachweises im Sinne der Anerkennung/Nostrifizierung eines ausländischen Bildungsabschlusses oder
  3. eine Berufsberechtigung im physiotherapeutischen Dienst, oder
  4. eine Berufsberechtigung im medizinisch-technischen Fachdienst besitzen, sofern und soweit sie über die erforderlichen Kenntnisse und Fertigkeiten verfügen.

Nachdem Medizinische MasseurInnen gemäß § 62 Abs. 3 MMHmG, nach erfolgter Ausbildung die Spezialqualifikation Basismobilisation nach ärztlicher Anordnung und unter Anleitung und Aufsicht eines Arztes oder eines Angehörigen des physiotherapeutischen Dienstes durchführen dürfen und die Basismobilisation eine im MMHmG gesetzlich neu eingeführte Spezialqualifikation darstellt, die der Kernkompetenz der Physiotherapie entstammt, ist es folglich indiziert, dass die Praktikumsbetreuung durch PhysiotherapeutInnen erfolgt.

Wien, 22. Juni 2016