Prof. Freddy Kaltenborn 1923–2019

Der Mitbegründer und Wegbereiter der Modernen Manuellen Therapie hinterlässt der Physiotherapie ein großes Erbe und eine große Lücke bei seiner Frau, seinen Kollegen und seinen vielen Freunden.

Ein trauriger Tag für die Welt der Physiotherapie.

Die Nachricht vom Tod von Prof. Freddy Kaltenborn, für viele von uns Freddy, erfüllt mich mit großer Trauer. Mit Freddy ist einer der letzten Urväter der Manuellen Therapie nicht mehr unter uns. Sein Einsatz für die Physiotherapie im Allgemeinen und für die Manuelle Therapie im Besonderen ist herausragend. Nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern weltweit hat Freddy seine Spuren im Sand der Physiotherapie hinterlassen. Jedoch anders als im Sand werden seine Abdrücke für immer bestehen bleiben. Sie werden noch Generationen von Physiotherapeuten, Lehrer und Wissenschaftler inspirieren, den Dingen auf den Grund zu gehen, sich und die Manuelle Therapie weiterzuentwickeln. Fast 40 Jahre durfte ich Freddy auf seinem Weg begleiten und habe durch ihn so viele Facetten einer erfolgreichen, patientenorientierten Untersuchung und Behandlung  gelernt. Freddy hat mich gelehrt, dass der Patient als Ganzes zu sehen ist, dass Manuelle Therapie nicht nur aus Ziehen, Schieben, Drücken oder Sprechen besteht. Sondern dass Manuelle Therapie eine Fähigkeit darstellt, die Wissen, hohe manuelle Fertigkeit, analytisches Denken und vor allem Empathie und Intuition zusammenfasst.

Als Mitbegründer und langjähriges Vorstandsmitglied der IFOMPT war er maßgeblich für die fachlichen Entwicklung und dem heutigen Stellenwert der Orthopädischen Manipulativen Physiotherapie verantwortlich. Als Verfasser von einschlägiger Fachliteratur wird er uns noch viele Jahre in Erinnerung bleiben. Wer Freddy als Menschen, als Referenten aber auch als Supervisor am Patienten erleben durfte weiß wovon ich spreche. Vor allem die Kompetenz und der Enthusiasmus seines Unterrichtes haben Legionen von Physiotherapeuten geprägt und von der Notwendigkeit einer strukturierten Vorgehensweise in Untersuchung und Behandlung überzeugt. Nicht zuletzt seine unglaublichen manuellen Fähigkeiten am Patienten und in der Praxis werden uns in Erinnerung bleiben. Und die Konsequenz, bis zum Schluss seinem Beruf, seiner Berufung und seinem Hobby treu zu bleiben.

Er hinterlässt ein beeindruckendes Lebenswerk, das ihn unsterblich und weiterhin bei uns sein lässt.

 

Chapeau Freddy
 

Andreas Gattermeier