Neue Primärversorgungsmodelle in Österreich

Im Rahmen der laufenden Gesundheitsreform wurde die Neustrukturierung der Gesundheitsversorgung vorbereitet. Am Montag, den 30. Juli 2014, kam es nun schließlich im Rahmen der Bundeszielsteuerungskommission zum offiziellen und einstimmigen Beschluss des Konzepts zur Neugestaltung der Primärversorgung in Österreich durch Bund, Länder und Sozialversicherungen.

Im Sinne der Optimierung der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung und der Zusammenarbeit der Gesundheits- und Sozialberufe soll ein sogenanntes Primary Health Care (PHC) Modell umgesetzt werden. (Siehe dazu auch den Beitrag im aktuellen Juni inform, die Ausschreibung des Innovationspreises von MTD-Austria sowie die derzeit laufende Umfrage.)

Physio Austria hat sich bei der Ausarbeitung des Konzepts in diversen Gremien eingebracht, wie z.B. vorbereitenden Arbeitsgruppen an der GÖG (Gesundheit Österreich GmbH) oder auch mit MTD-Austria im Projektboard des Bundesministeriums für Gesundheit. Am 26. Juni 2014 gab es gemeinsam mit MTD-Austria, Am Plus - Initiative für Allgemeinmedizin und Gesundheit, dem Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverband, dem Berufsverband Österreichischer PsychologInnen und dem Österreichischen Apothekerverband eine gut besuchte Pressekonferenz, wo die Notwendigkeit des gemeinsamen Arbeitens für die PatientInnen herausgestrichen wurde. Nun gilt es diese Zielsetzung vehement weiter zu verfolgen und sich auch bei der Entwicklung der gesetzlichen Rahmenbedingungen – die es braucht um diese Umstrukturierung zu ermöglichen – bestmöglich einzubringen. Das Positionspapier von Physio Austria ist online (für angemeldete Mitglieder) hier einzusehen.

Was wird sich ändern?

PatientInnen sollen in Zukunft den gesamten Behandlungsweg begleitet werden. Gesundheitsberufe können sich in Zukunft stärker vernetzen sowie besser als bisher in einem Team zusammenarbeiten – in dem dazu auch die Rahmenbedingungen geschaffen werden. Terminvereinbarungen werden erleichtert, doppelte Arztwege vermieden und Wartezeiten verkürzt. Das Wissen und die Fähigkeiten verschiedener Berufe fließen bei der Betreuung ein.

Eine so gestärkte Primärversorgung sorgt auch für eine noch bessere gesundheitsorientierte Betreuung chronisch kranker Menschen und ermöglicht aktive Gesundheitsförderung.

Dr. Hans Jörg Schelling, Vorsitzender des Verbandsvorstands im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, fasst (laut dieser OTS) zusammen: „Das Modell der Zukunft ist eine umfassendere Primärversorgung, bei der HausärztInnen, KrankenpflegerInnen, PhysiotherapeutInnen und andere Gesundheitsberufe gemeinsam ein breiteres Leistungsspektrum entweder unter einem Dach oder entsprechend vernetzt anbieten werden. Darunter fallen die Akutbehandlung ebenso wie eine umfassende Gesundheitsförderung oder die systematische Behandlung chronischer Krankheiten mit patientenfreundlichen Öffnungszeiten von Montag bis Freitag und von früh bis abends.“