Konservative Behandlung von Rotatorenmanschettenrupturen

In groß angelegten Untersuchungen konnte eine hohe Prävalenz von Rotatorenmanschettenrupturen bei älteren Personen festgestellt werden. Das klinische Bild reicht dabei von Beschwerdefreiheit mit guter Oberkopffunktion bis zur Pseudoparalyse. Bei atraumatischen Rotatorenmanschettenrupturen ist ein konservatives Übungsprogamm effektiv.

Teunis et al. (2014) untersuchten in ihrem systematischen Review 6112 Schultern und hielten fest, dass die Prävalenz von Rottorenmanschettenrupturen bei Jüngeren (bis 20 Lj) bei 9,7 % lag, bei Älteren (> 80 Lj) bei 62 %.  Diese hohe Prävalenz bei teils asymptomatischen Menschen spricht ihrer Meinung nach dafür, dass die Degeneration der Rotatorenmanschette als  übliche Alternserscheinung betrachtet werden könnte. Es ist auch zu überlegen, ob eine in Untersuchungen gefundene Pathologie überhaupt neu oder in Folge eines Traumas aufgetreten ist, oder bereits im Vorfeld bestanden hat.

Kuhn et al. (2013) fanden in ihrer Studie heraus, dass die konservative Behandlung atraumatischer kompletter Rotatorenmanschettenrupturen effektiv ist. Das Übungsprogramm wurde über 12 Wochen durchgeführt.

Kasten und Loew (2007) beschreiben in ihrem Artikel, dass das klinische Bild eines massiven RM-Risses von Beschwerdefreiheit bis zur Pseudoparalyse variieren kann. Trotz eines massiven RM-Risses kann eine gute Überkopffunktion gegeben sein. Eine Operationsindikation ergibt sich bei entsprechenden Beschwerden, wobei eine direkte Naht nur bei guter Qualität des Muskel-Sehnengewebes möglich ist. Bei Dezentrierung des Humeruskopfes und Arthrosezeichen kann im fortgeschrittenen Alter (> 70) eine inverse Prothese überlegt werden. 

Ein Übungsprogramm für die Rotatorenmanschette ist zu finden auf der Homepage der Vanderbilt University: www.mc.vanderbilt.edu/documents/orthopaedics/files/060109TherapistDirectedCuffRehab.pdf