„Junge Athleten“ im Fokus des 6. Internationalen Salzburger Sportphysiotherapie-Symposiums

Biopsychosoziale Ansätze sind wichtig – Gesundheit im späteren Alter zentrales Anliegen

Salzburg, 15. Mai 2019 – Entscheidend bei jungen Athleten sind nicht nur biomedizinische, sondern ebenso bio-psycho-soziale Ansätze. Diese und weitere Erkenntnisse zur Nachwuchsarbeit lieferte vom 10. bis 12. Mai das ausgebuchte Sport-Physiotherapie Symposium an der Universität Salzburg. 300 Teilnehmer informierten sich über die Entwicklung junger Spitzensportler, Verletzungsverhütung und effektive Rehabilitation. Das nächste Symposium findet 2021 statt.
Bereits zum sechsten Mal ging am Wochenende das Internationale Salzburger Sport-Physiotherapie Symposium als Kooperation von Universität Salzburg, spt-education und Physio Austria über die Bühne. Für Vortragende aus Australien, Schweden, Großbritannien, der Schweiz, Deutschland und Österreich standen „junge Athleten“, deren Talentförderung, Verletzungsverhütung und Rehabilitation im Zentrum.
An den ersten beiden Tagen tauschte sich das Fachpublikum intensiv mit den Wissenschaftlern über den Stand der Forschung im Umgang mit Nachwuchssportlern aus. Am Sonntag konnten die Erkenntnisse in Workshops auch gleich praktisch umgesetzt werden. Mit 300 Teilnehmern, überwiegend aus dem deutschsprachigen Raum, war das Symposium wieder restlos ausgebucht. „Die Teilnehmer bekommen Innovationen und neueste Erkenntnisse aus erster Hand vermittelt, die sie unmittelbar in die Praxis umsetzen können“, freut sich Erich Müller vom Interfakultären Fachbereich Sport- und Bewegungswissenschaft.

Breites Themenspektrum
Während der ersten beiden Tage standen im Audi Max Vorträge am Programm: Ansgar Thiel von der Universität Tübingen konstatierte, dass biomedizinische Ansätze allein nicht ausreichen. Er empfahl „bio-psycho-soziale“ Ansätze und wies auf das Zusammenspiel des Umfeldes – Trainer, Eltern, Mediziner – als Erfolgsfaktor hin. Phil Glasgow, Chef-Physiotherapeut des irischen Rugby-Verbandes, stellte eine genaue Zielsetzung in den Mittelpunkt seiner Überlegungen zur optimalen Trainingsbelastung.
Urs Granacher von der Universität Potsdam plädierte für Qualität vor Quantität beim Krafttraining und Silvio Lorenzetti (Swiss Federal Institute of Sport) stellte fest, dass sich die Verletzungsregionen mit zunehmendem Alter verlagern. Bei Kindern sind vor allem Hand, Kopf und Fuß in Gefahr. Evert Verhagen (Vrije Universiteit Amsterdam) berichtete, dass bei inaktiven Kindern ein höheres Verletzungsrisiko besteht. Christian Raschner und Lisa Steidl-Müller (beide Olympiazentrum Innsbruck) beschäftigen sich mit Verletzungen im Skisport: Hier ist das Kniegelenk besonders betroffen. Dem kann durch Stärken der Rumpfkraft und Ausgleichen von Dysbalance im Training sowie ausreichend Schlaf entgegengewirkt werden.
Clare Ardern von der Universität Linköping präsentierte sechs Kriterien, um gemeinsam mit jungen Athleten und ihrem Umfeld zu tragfähigen Entscheidungen zu gelangen. Liba Sheeran (Universität Cardiff) wies darauf hin, dass junge Athleten ein dreifach erhöhtes Risiko zur Entwicklung von Low Back Pain (LBP) haben.

Praktische Umsetzung
Am dritten Tag konnten die Teilnehmer im Universitäts- und Landessportzentrum Rif das erworbene Wissen in drei Workshops vertiefen. Das Spektrum reichte von der Therapie der Werfer-Schulter über Leistenschmerzen bis zum Rumpftraining mit und ohne Rückenschmerzen.
Der diesjährige Kongress wurde als „Green Meeting“ zertifiziert: Von der Anreise über die Unterkünfte bis zur Verpflegung wurde auf Nachhaltigkeit geachtet.
Die ReferentInnen haben mehrfach betont, dass das Interesse der TeilnehmerInnen außergewöhnlich war. Mit sechs erfolgreichen Symposien haben wir uns als Mitveranstalter und Mitorganisator international einen Namen gemacht.  Das nächste Sport-Physiotherapie Symposium ist für 2021 geplant.