Gesetzliche Fortbildungsverpflichtung für MTD-Berufe

PhysiotherapeutInnen sind – wie alle Angehörigen der gehobenen MTD-Berufe – per Gesetz verpflichtet, sich regelmäßig fortzubilden. Die aktuelle diesbezügliche Regelung im MTD-Gesetz (siehe Berufspflichten, § 11 Abs. 2) lautet, dass sich die gehobenen medizinisch-technischen Dienste "über die neuesten Entwicklungen und Erkenntnisse des jeweiligen gehobenen medizinisch-technischen Dienstes sowie der medizinischen Wissenschaft, soweit diese für den jeweiligen gehobenen medizinisch-technischen Dienst relevant ist, regelmäßig fortzubilden [haben]."

Wie Physio Austria und dem Dachverband der gehobenen medizinisch-technischen Dienste MTD-Austria in den letzten Wochen mehrfach gemeldet wurde, werden seitens diverser mit dem Berufsrecht nicht ausreichend vertrauter Organisationen missverständliche bzw. irreführende Informationen betreffend die gesetzliche Fortbildungsverpflichtung für MTD-Berufe verbreitet.

Es ist Physio Austria ein dringendes Anliegen die entstandene Unsicherheit zu beseitigen und für die Betroffenen Klarheit zu schaffen:

Ursprünglich war seitens des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) angedacht, eine Fortbildungsverpflichtung im Ausmaß von 40 Stunden innerhalb von 5 Jahren in der jüngsten Novelle zum MTD-Gesetz zu verankern. Tatsächlich ist der entsprechende Passus jedoch nicht in die Novelle eingeflossen. Die Verpflichtung zur gesetzlichen Fortbildung beginnt daher nicht – wie mehrfach verbreitet – mit Juni 2015, sondern voraussichtlich erst mit Juni 2016. Dies geht aus der genauen Recherche der Gesetzesmaterie hervor und wurde uns auch vom Bundesministerium für Gesundheit so bestätigt.

Unbenommen davon bleibt, dass es Physio Austria ein Anliegen ist, dass sich die Fortbildungsaktivitäten der Berufsangehörigen an den internationalen Standards der kontinuierlichen professionellen Entwicklung (CPD – Continuous Professional Developement) orientieren. Beispielgebend hierfür ist das MTD-CPD-Zertifikat, welches von allen MTD-Berufen gemeinsam entwickelt wurde und von allen PhysiotherapeutInnen bereits seit 2012 auf freiwilliger Basis beantragt werden kann.

Selbstverständlich werden Sie weiterhin rechtzeitig über relevante berufsrechtliche Entwicklungen und Veränderungen informiert.