Das Phänomen Liebscher-Bracht

SchmerzspezialistIn in vier Tagen

Die bedenklichen Entwicklungen auf dem Gebiet des Angebotes vermeintlicher Schmerztherapie durch Personen mit fraglichem Berufshintergrund sorgen schon längere Zeit für Unwohlsein in der PhysiotherapeutInnen-Community.

Medienberichte zu Liebscher & Bracht-Methoden rückten die vieldiskutierten Theorien rund um das Konzept Ende Mai 2019 erneut ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit. Physio Austria hat dazu in einem Fachkommentar zu den getätigten Aussagen online Stellung bezogen. Physio Austria befasste sich bereits seit einiger Zeit mit der Möglichkeit rechtlicher Schritte gegen Personen, welche keinem gesetzlichen Gesundheitsberuf angehören, aber Bildungsangebote von Liebscher & Bracht nutzen und sich danach als „SchmerzspezialistInnen“ und „SchmerztherapeutInnen“ ausweisen. Diese adressieren damit gezielt einen PatientInnenkreis, den sie in Folge auch behandeln. Damit findet ein eindeutiger Verstoß gegen den gesetzlichen Berufsvorbehalt der Physiotherapie statt. Physio Austria sah sich gezwungen, dem Thema mit einer spezifischen Strategie zum Berufsschutz und mit Fokus auf die PatientInnensicherheit zu begegnen. Im Sinne der PatientInnensicherheit und des Berufsschutzes hat Physio Austria im Juni erste rechtliche Schritte gegen AnbieterInnen von Liebscher-Bracht, welche weder ÄrztInnen noch PhysiotherapeutInnen sind, in die Wege geleitet. Ein Abschluss der damit einhergehenden Schritte ist noch nicht abzusehen.
Dennoch konnten bisher einige Erfolge verzeichnet werden. So wurde durch diese Initiative große Aufmerksamkeit erregt und die Auseinandersetzung zwischen zuständigem Bundesministerium und betroffenen Berufsvertretungen eingeleitet. Ebenso konnten bereits AnbieterInnen zur Unterlassung des Angebotes angehalten werden. Auch Anpassungen der Bewerbung über die „SchmerzspezialistInnen“-Plattform wurden vorgenommen. Es wird weiterhin an der Sensibilisierung der Behörden und der Bevölkerung gearbeitet.

August 2019