Auf Reisen in China

Im November 2017 veranstaltete Physio Austria mit dem Reisedienst Bartsch eine Fachexkursion nach China. Aus ganz Österreich fanden sich 70 Personen – großteils PhysiotherapeutInnen – zusammen, um die Jahrtausende alte Geschichte der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hautnah zu erfahren.

Im Kreise der KollegInnen erlebten wir ein interessantes und vielfältiges Programm, in dem wir die umfassenden, gesundheitsrelevanten Techniken der TCM und verwandten therapeutischen Verfahren sowie Akupunktur, Tuina, Tai Chi, Moxibustion, Qi Gong und Feuer-Schröpfen kennenlernen durften. Im Bejing Massage Hospital wurden wir von chinesischen KollegInnen sehr herzlich begrüßt und durften den Therapiealltag vor Ort miterleben. Den Abschluss bildete ein Fachvortrag über die Geschichte der traditionellen, chinesischen Massage im Verlauf der Kaiserdynastien.

Unsere Neugierde wurde durch diesen spannenden Besuch geweckt und so gönnten wir uns eine 90-minütige Ganzkörperbehandlung inklusive traditionellem Kräuterfußbad, Akupressur und Tuina.

Ein Highlight war der Besuch in der ältesten Apotheke Pekings mit ihrer beeindruckenden Sammlung an Wurzeln und Kräutern. Für uns besonders faszinierend waren die Ginsengwurzeln mit ihren unglaublichen Preisen bis zu umgerechnet dreihunderttausend Euro für ungefähr einen halben Meter Länge.

Zu unserer großen Freude wurde uns noch ein umfassendes kulturelles Programm geboten. In Peking haben wir den kaiserlichen Sommerpalast, den Himmelstempel und die olympischen Spielstätten von 2008 besucht. Ein Besuch in der verbotenen Stadt durfte natürlich nicht fehlen. Kulinarisch wurden wir am Nachtmarkt mit Skorpionspießen und Co „verwöhnt“. Das Erklimmen der großen Chinesischen Mauer in Badaling war für viele von uns ein atem(be)raubendes Erlebnis. Den chinesischen Religionen kamen wir im Lamatempel in Peking, im Tempel des weißen Pferdes bei Luoyang und in der ältesten Moschee sowie der Wildganspagode in Xian, näher.

Neben Hunderten Buddhastatuen in den 2345 Longmen-Grotten am Ufer des Flusses Yishui konnten wir unzählige alte medizinische Rezepte entdecken.

Einer großen Herausforderung unserer Kompetenz in der Bewegungsanalyse stellten wir uns im Shaolinkloster am Fuße des heiligen Berges Songshan. Die erstaunliche Disziplin der Bewegungsakrobatik – mit und ohne Waffen – verdiente unseren großen Respekt.

Den krönenden Abschluss unseres Besuchs im Reich der Mitte bildete ohne Zweifel die Terrakotta-Armee in der Nähe der bezaubernden Kleinstadt Xian mit 8,7 Millionen Einwohnern.

Für uns alle wird diese Reise ins Land der Superlativen sowohl fachlich als auch kulturell unvergesslich bleiben. Wir danken für die Organisation und hoffen auf eine Fortführung der Vernetzung mit anderen medizinischen Zugängen aus aller Welt im Austausch mit KollegInnen aller Länder.

 

Anita Meixl

Manuela Madrian-Jamnig