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Intensivmedizin

Hilfe und Therapie während Aufenthalten auf der Intensivstation

Der Aufenthalt auf einer Intensivstation (ICU – intensive care unit) ist für Patient*innen ein einschneidendes Ereignis. Die möglichen Folgen werden als Post-Intensive-Care-Syndrom (PICS) bezeichnet und beeinflussen viele Menschen noch lange Zeit über den Aufenthalt im Krankenhaus hinaus.

Das PICS beschreibt Beeinträchtigungen sowohl auf Ebene der Körperfunktionen und -strukturen als auch auf Ebene der Aktivitäten und Partizipation (vgl. ICF - International Classification of Functioning, Disability and Health). Sie können durch den Aufenthalt auf einer Intensivstation entstehen, sind häufig unabhängig von der Grunderkrankung und begleiten die Patient*innen häufig über Jahre (!) hinweg in ihrem weiteren Leben. Die durch das PICS hervorgerufene Symptomkomplexe lassen sich in physische (ICU-acquired Weakness), kognitive wie auch mentale Beeinträchtigungen unterteilen.

Die Ziele der "intensiven" Physiotherapie ergeben sich aus den möglichen Komplikationen des Intensivaufenthalts, wie z.B. etwaigen langen Beatmungszeiten, der langen Liegedauer und der damit einhergehenden Immobilisation oder einer langdauernden tiefen Sedierung. Die beiden Hauptziele sind die Verbesserung bzw. der Erhalt der Skelett- und Atemmuskelfunktion und das Weaning, also die Entwöhnung von der Beatmung. Weitere Ziele sind die Dekubitusprophylaxe, die Steigerung der hämodynamischen Reagibilität und eine Verbesserung der zentralen und peripheren Perfusion und des Muskelstoffwechsels. Nicht zuletzt bringt die frühzeitige Physiotherapie im Intensivsetting eine Reduktion der Inzidenz und Dauer des ICU-Delirs. Damit dient sie einer Verbesserung der späteren gesundheitsbezogenen Lebensqualität. State of the Art sind geeignete Assessments und ein multiprofessionelles stationsspezifisches Mobilisationskonzept anhand dessen die jeweiligen Therapiemaßnahmen festgelegt werden können.

Die Rolle der Physiotherapie im intensivmedizinischen Setting hat sich in den letzten Jahren zum Positiven gewandelt. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil und wertvoller Partner im interprofessionellen Intensivteam geworden. Gerade Intensivpatient*innen profitieren enorm von interprofessionellen Ansätzen im Rahmen der Frühmobilisation. Dieses Konzept der Frühmobilisation hat sich immer weiter durchgesetzt und glücklicherweise gibt es inzwischen viele interessierte Physio-Kolleg*innen, die sich in diesem Spezialbereich weiterbilden und ihre Expertise auf den Intensivstationen umsetzen wollen und können. Durch ihre jahrelange kontinuierliche Arbeit und nicht zuletzt durch verschiedene Studien (z. B. Schweickert et al 2009) sowie einige Leitlinien (z. B. S2e-LL Lagerung und Frühmobilisation) steht die Sinnhaftigkeit der physiotherapeutischen Behandlung im intensivmedizinischen Setting außer Frage.

Die „intensive“ Physiotherapie ist eine wesentliche Säule der Frührehabilitation geworden. Zielgerichtete, genau an die Intensivpatient*innen angepasste physiotherapeutische Maßnahmen werden im Rahmen eines interprofessionellen Behandlungskonzepts umgesetzt. So vielfältig wie die Intensivstation selbst (z. B. Innere Medizin, Unfallchirurgie, Neurologie, Pädiatrie und andere) ist auch das Tätigkeitsfeld von "intensiven" Physiotherapeut*innen.

Über uns

Das Fachliche Netzwerk Intensivmedizin bei Physio Austria wurde im Februar 2017 gegründet, setzt sich aus Kolleg*innen aus ganz Österreich zusammen und hat das Ziel, eine Plattform zur Vernetzung aller Physiotherapeut*innen im intensivmedizinischen Bereich zu bieten.

  • Wir bieten und arbeiten laufend an einer aktiven nationalen und internationalen Vernetzung von Expert*innen im Bereich der „intensiven“ Physiotherapie.
  • Wir fungieren als Ansprechpartner*innen für konkrete Fragen aus dem Bereich der "intensiven" Physiotherapie und bezüglich Fortbildungsmöglichkeiten.
  • Wir planen und führen Projekte durch, die die Physiotherapie im Intensivbereich weiter voran bringt.
  • Wir sind als Referent*innen bei verschiedenen Kongressen und Kursen vertreten und organisieren z.T. auch selbst einschlägige Fortbildungen.

Bei Fragen zur "intensiven" Physiotherapie und/oder Interesse zur Mitarbeit, bitte um Kontaktaufnahme per Mail. (mitgliederservice@physioaustria.at)

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Team

Stefan Nessizius

Stefan Nessizius

Koordinator des fachlichen Netzwerks Intensivmedizin

Cornelia Rottensteiner

stv. Koordinatorin des fachlichen Netzwerks Intensivmedizin

Ulrike Sengseis, MSc, MBA

Ulrike Sengseis, MSc, MBA

Mitglied des Kompetenzteams