Mi., 28.01.2026

Information zu ÖGK Tarifen

Information zu ÖGK-Tarifen: Korrektur und ergänzender Hinweis

Beim Newsletter bzw. Newsbeitrag auf der Webseite wurde bei den Informationen zur Versorgungswirksamkeitspauschale irrtümlich angegeben, dass ab 2026 jedes Jahr die Zahl an 95 behandelten ÖGK-Versicherten pro Jahr für den Anspruch erforderlich sind. Korrekt ist, dass Physio Austria eine Staffelung gefordert und erreicht hat. Die erforderliche Anzahl an versorgten Versicherten wird jährlich gestaffelt von 2026-2028: 60/80/100. Der kurze Auszug aus dem ÖGK-Infoschreiben hat diese Information vollständig und korrekt dargestellt (siehe auch Korrekturhinweis unten im Text).

Update: 29.01.2026

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Liebe Kolleg*innen,

wir wissen, dass die vergangenen Wochen und Monate für viele von euch belastend waren. Die Diskussionen rund um die Versorgungsleistungen der ÖGK und die Zukunft physiotherapeutischer Versorgung haben Unsicherheiten ausgelöst, Sorgen verstärkt und Fragen aufgeworfen, die tief in unseren beruflichen Alltag eingreifen.

Uns ist bewusst: Jede Veränderung im System trifft am Ende Menschen — euch, die täglich mit vollem Engagement für Patient*innen da sind, und jene, die auf eure Expertise angewiesen sind. Deshalb möchten wir euch heute mit Offenheit, Wertschätzung und Klarheit informieren.

Heute wurden von der ÖGK an die Vertragstherapeut*innen die Informationen zu den Regelungen für 2026 und 2027 versendet. Wir möchten betonen, dass der Eingriff in den Automatismus der Tarifvalorisierungen der Rahmenvereinbarungen auf Betreiben der ÖGK zustande gekommen ist und Physio Austria es grundsätzlich nicht begrüßt, dass es zu einer Abweichung der ursprünglichen Vereinbarung kommt. Dennoch haben wir nach intensiven Verhandlungsrunden dem aus unserer Sicht noch verträglichsten Kompromiss zugestimmt, um die Sicherheit der Versorgung der Bevölkerung mit Physiotherapie im niedergelassenen Bereich unsererseits nicht zu gefährden. Eine Auflösung und komplette Neugestaltung der Verträge wäre aus unserer Sicht ein zu riskanter Schritt für die Versorgungslandschaft.

Warum Kompromisse erforderlich sind

Die Nachfrage nach physiotherapeutischer Versorgung steigt seit Jahren deutlich – im Wahlbereich 2025 sogar um über 9 % im Vergleich zu 2024. Gleichzeitig sinkt die Zahl der Personen, die ins System einzahlen. Diese beiden Entwicklungen treffen aufeinander und erzeugen Druck, der im Alltag vieler von euch längst spürbar ist.

Trotz dieser Herausforderungen war für uns immer klar: 
Die physiotherapeutische Versorgung der Bevölkerung muss erhalten bleiben.

In diesem Verständnis haben wir gemeinsam mit Jurist*innen, Gesundheitsökonom*innen und unter Einbeziehung unseren Gremien intensiv verhandelt. Immer mit dem Ziel, die hohe Qualität unserer Arbeit und faire Rahmenbedingungen zu schützen. Ein kompletter Umbruch der Verträge hätte jedoch mehr Unsicherheit geschaffen als gelöst. Deshalb brauchte es einen Weg, der die Versorgung für die kommenden Jahre absichert — auch wenn er Kompromisse erfordert.

Vertragsbereich: Eine neue Pauschale zur Sicherstellung der Versorgung

Für Vertragsphysiotherapeut*innen, die ihre Honorare nicht selbst festlegen können, kommt ab dem 1. Jänner 2026 ein neues Element hinzu: die Versorgungswirksamkeitspauschale.

Sie ergänzt den bestehenden Tarif und soll sicherstellen, dass die Versorgungswirksamkeit von Vertragstherapeut*innen mit entsprechender Abgeltung erfolgt. 

  • Vollverträge: (Ursprüngliche Information: Anspruch ab 95 behandelten ÖGK-Versicherten/Jahr) Korrekt: Staffelung von 2026-2028: 60/80/100 behandelte ÖGK Versicherte (Korrigiert am 29.01.2026)
  • Teilzeit: anteilige Zielzahlen, z.B. 48 Personen bei halber Stelle
  • Anstellungen mit Zusatzbedarf: entsprechend höherer Zielwert

Ziel dieser Pauschale ist es, die tatsächliche Versorgungswirksamkeit im Vertragsbereich zu stärken.
Nach Auswertung der Abrechnungsdaten der entsprechenden Jahre erfolgt ab 01.01.2029 eine Neufestsetzung der Pauschale und der Tarife. Die ÖGK informiert alle Vertragstherapeut*innen zusätzlich direkt.

Ein kurzer Auszug aus dem Schreiben zur Versorgungswirksamkeitspauschale:
„Die aktuellen Tarife gelten von 2026 bis 2028 weiter. Gleichzeitig wird für alle Vertragspartnerinnen und Vertragspartner der ÖGK ab 01.01.2026 eine Versorgungswirksamkeitspauschale eingeführt. Durch diese neue Pauschale soll ein besonderes Augenmerk auf eine breite Versorgungswirkung je Planstelle gelegt werden, um die Sachleistungsversorgung unserer Versicherten abzusichern. Im Jahr 2026 beträgt die Pauschale 2,42 %.

All jene Vertragstherapeutinnen und -therapeuten, die im Jahr 2026 mindestens 60 ÖGK-Patientinnen und -Patienten, mindestens 80 ÖGK-Patientinnen und -Patienten im Jahr 2027 und mindestens 100 ÖGK-Patientinnen und -Patienten im Jahr 2028 versorgen, erhalten die Versorgungswirksamkeitspauschale als prozentuellen Zuschlag im Zuge der Quartalsabrechnung ausbezahlt. Bei Teilzeit-Verträgen, unterjährigem Vertragsbeginn oder -ende sowie bei Anstellungen mit Zusatzbedarf, wird die Mindestanzahl entsprechend angepasst.“

Wahlbereich: Stabilität trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Wir wissen, wie sehr Patient*innen von Wahltherapeut*innen in den letzten Jahren auf die verlässliche und deutliche Valorisierung angewiesen waren — 19,6 % in drei Jahren sind Ausdruck der Wertigkeit physiotherapeutischer Arbeit.

Umso härter traf uns der ursprüngliche Vorschlag der ÖGK, Tarifanpassungen auf unbestimmte Zeit auszusetzen. Das war für uns nicht akzeptabel.

Durch intensive Gespräche konnten wir erreichen, dass:
die aktuellen Tarife (Stand 2025) als Basis für die Kostenerstattung bis Ende 2028 bestehen bleiben,
und dass es 2028 eine gemeinsame Evaluation der Versorgungswirksamkeitspauschale gibt,
auf Basis der Evaluierung werden die Tarife sowie die Pauschale ab 01.01.2029 neu festgelegt.

Selbst wenn dies keine ideale Lösung darstellt schafft dieses Verhandlungsergebnis zumindest Sicherheit und Planbarkeit in einer Zeit, in der beides nicht selbstverständlich ist.

Unsere gemeinsame Verantwortung – und unser gemeinsames Ziel

Klare Worte von uns:
Auch wir hätten uns ein Ergebnis gewünscht, das weniger Kompromisse erfordert. Auch wir sind nicht erfreut über einen eng gesetzten Rahmen, in dem sich unsere Verhandlungen bewegt haben. Doch wir tragen Verantwortung — nicht nur für unsere Berufsgruppe, sondern auch für ein Gesundheitssystem, das immer stärker unter Druck gerät.

Wir setzen uns weiter für faire Rahmenbedingungen ein. Wir kämpfen weiter für die Anerkennung physiotherapeutischer Expertise. Wir sind weiterhin die starke Stimme für Prävention, für Qualität, für chancengerechten Zugang zu Gesundheit in Österreich.

Wie es weitergeht

In den nächsten Wochen informieren wir euch über die Ergebnisse bei den anderen Krankenkassen. Wir bleiben für euch dran, wir bleiben kritisch, und wir bleiben an eurer Seite.

Danke

Danke für euer Vertrauen. Danke für euren täglichen Einsatz. Danke dafür, dass ihr jeden Tag zeigt, wie wichtig, wertvoll und unverzichtbar physiotherapeutische Arbeit ist.

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