FAQ: Auswirkung des Vertrags auf den Wahlbereich

Müssen alle PhysiotherapeutInnen jetzt einen Kassenvertrag nehmen?

Nein, der Vertrag ist ein Angebot, keine Verpflichtung.

Soll es durch den Ausbau der Sachleistung zu einer Abschaffung des Wahlsystems kommen?

Nein. Beide Systeme können und sollen nebeneinander existieren. Ob jemand als Kassen- oder WahltherhapeutIn arbeitet, ist eine persönliche Entscheidung.

Dürfen WahltherapeutInnen weitherhin ihr Honorar selber bestimmen?

Ja, das Honorar eines/r WahltherapeutIn ist weiterhin frei gestaltbar.

Was ist der Behandlungsplan?

Den Behandlungsplan finden sie hier (siehe Anlage 4 des Rahmenvertrages). Es handelt sich dabei um ein standardisiertes Befundungs- und Planungstool, welches einerseits zur Dokumentation und andererseits zu Planung für die etwaige Folgeverordnung dient.

Ist der Behandlungsplan für WahltherapeutInnen künftig verpflichtend?

Ja, der Behandlungsplan ist ab Inkrafttreten der Rahmenvereinbarung auch für WahltherapeutInnen verpflichtend. Er bildet die Basis für die Folgeverordnung aber auch für die chefärztliche Bewilligung. PhysiotherapeutInnen haben damit die Möglichkeit, diesen Prozess auf Basis ihrer Kompetenz mitzugestalten und sowohl dem/r verordnenden Arzt/Ärztin oder dem chefärztlichen Dienst relevante Informationen unkompliziert weiterzugeben.

Ergänzung 29.10.2021: Ab welcher Behandlungseinheit und in welcher Form der Behandlungsplan übermittelt werden soll, wird derzeit noch mit der ÖGK geklärt.

Welche Voraussetzungen braucht man, um als WahltherapeutIn (Kostenerstattung für Versicherte der ÖGK möglich) der ÖGK gelistet zu werden?

Dafür ist mit Inkrafttreten der Rahmenvereinbarung ein Jahr Berufserfahrung entsprechend einem Vollzeitäquivalent nachzuweisen. Die Berufserfahrung kann entweder im Angestelltenverhältnis z. B. in einer Kranken- oder Rehabilitationsanstalt, einem Ambulatorium, bei einem/r niedergelassenen Arzt/Ärtin oder einem/r niedergelassenen PhysiotherapeutIn  erworben worden sein. Ebenso ist es möglich, als WahltherapeutIn gelistet zu sein, wenn man bis zum 01.01.2022 bereits drei Jahre als freiberufliche/r  PhysiotherapeutIn tätig gewesen ist.

Ergänzung 29.10.: Für bestehende WahltherapeutInnen bis zum 31.12.2021, welche bis dahin die Kriterien nicht erfüllen können, wird es eine Übergangsregelung geben, sodass sie weiterhin gelistet bleiben. Das heißt: es gibt keine rückwirkendes Austragen als WahltherapeutIn.

Wie wird die Erstattung bei WahltherapeutInnen zukünftig gestaltet sein?

Die Kostenerstattung wird, wenn der Rahmenvertrag in Kraft tritt, für PatientInnen von WahltherapeutInnen 80 % des Kassentarifs betragen, also 48 Euro/Stunde.

Was bedeutet A/B-Tarif?

Der A-Tarif ist das Honorar, welches VertragsphysiotherapeutInnen, welche eine Praxis betreiben oder gemietet haben, von der ÖGK erhalten. Für 60 Minuten sind das 60 Euro. Für die Kostenerstattung bedeutet das, dass PatientInnen in diesem Fall 48 Euro für 60 Minuten
Physiotherapie von der ÖGK (wenn es entsprechend bewillig ist) erstattet bekommen. Für 45 Minuten sind es 36 Euro und für 30 Minuten 24 Euro. Der Kostenerstattung für einen notwendigen Hausbesuch wird mit 24 Euro zusätzlich zur Therapiezeit erstattet.
Z.B. 30 Min Physiotherapie + Hausbesuch = 48 Euro Kostenerstattung.

Der B-Tarif ist das Honorar, welches VertragsphysiotherapeutInnen, welche keine Praxis betreiben oder gemietet haben (Berufssitz = Wohnsitz) und ausschließlich Hausbesuche anbieten, von der ÖGK erhalten. Für 60 Minuten sind das 42,50 Euro. Für die Kostenerstattung bedeutet das, dass PatientInnen in diesem Fall 34 Euro für 60 Minuten Physiotherapie von der ÖGK (wenn es entsprechend bewilligt ist) erstattet bekommen. Für 45 Minuten sind es 25,50 Euro und für 30 Minuten 17 Euro. Der Kostenerstattung für einen notwendigen Hausbesuch wird mit 17 Euro zusätzlich zur Therapiezeit erstattet. 
Z.B. 30 Min Physiotherapie + Hausbesuch = 34 Euro Kostenerstattung.

Darf ich als WahltherapeutIn eine/n weitere/n PhysiotherapeutIn anstellen und bekommen die PatientInnen Kostenerstattung für die Leistung des/r Angestellten?

Ja. Die Kostenerstattung für die Leistungserbringung für angestellte TherapeutInen an die Versicherten der ÖGK beträgt für 60 Minuten Physiotherapie 40 Euro.

Wann treten die Änderungen im Wahlbereich in Kraft?

Alle allfälligen Änderungen im Wahlbereich (Kostenerstattung) treten erst ein, wenn die Rahmenvereinbarung zwischen ÖGK und Physio Austria in Kraft tritt. Dies tritt ein, wenn entsprechend der rahmenvertraglichen Vereinbarung mit der ÖGK 60% der vorgesehenen bundesweiten Planstellen besetzt sind.

Ab wann und in welcher Form gilt im Wahlbereich wieder die Bewilligungspflicht?

Voraussichtlich ab 01.01.2022 (pandemieabhängig). Es gilt für die/den Versicherte/n im Wahlbereich die Krankenordnung – das heisst, ab der siebenten physiotherapeutischen Behandlungseinheit (die ersten sechs sind bewilligungsfrei). Wenn ein Hausbesuch erforderlich ist, ist die Bewilligung ab der ersten Einheit erforderlich. Dazu ist Physio Austria mit der ÖGK im Gespräch, hier eine Adaptierung vorzunehmen.