Fachwissen
Innere Medizin - Leitlinien
Leitlinien Covid 19
Beate Krenek und Susanne Mayrhofer, LeiterInnen des fachlichen Netzwerks Innere Medizin, sowie Stefan Nessizius, Leiter des fachlichen Netzwerks Intensivmedizin, haben eine Leitlinie für Physiotherapie bei Covid-19 erstellt, welche von W. Pohl (Krankenhaus Hietzing) freigegeben wurde. Wir dürfen Ihnen diese hier zur Verfügung stellen.
Mental Health - ausgewählte Buchempfehlungen
Brooks, CW., & Selver, C. (2005). Erleben durch die Sinne. Sensory Awareness. 10. Aufl. Paderborn: Junfermann
Dropsy, J. (1982). Lebe in deinem Körper. München: Kösel
Hölter, G. (2011). Bewegungstherapie bei psychischen Erkrankungen. Grundlagen und Anwendung. Köln: Deutscher Ärzte-Verlag.
Krietsch, S. & Heuer, B. (1997). Schritte zur Ganzheit. Bewegungstherapie mit schizophren Kranken. Lübeck: G. Fischer.
Miller, A. (1980). Das Drama des begabten Kindes. Frankfurt: Suhrkamp.
Scharfetter, C. (1999). Schizophrene Menschen. Weinheim: Psychologie Verlags Union.
Schoop, T. (1974). ...komm und tanz mit mir! Ein Versuch, dem psychotischen Menschen durch die Elemente des Tanzes zu helfen. Zürich: Hug Edition Pelikan.
Mental Health - ausgewählte Studien
Danielsson, L. & Rosberg, S. (2015). Opening toward life: Experiences of basic body awareness therapy in persons with major depression. Int J Qualitative Stud Health Well-being 10, 1-13.
Ekerholt, K. & Bergland, A. (2018). Learning and knowing bodies. Norwegian psychomotor physiotherapists´ reflections on embodied knowledge. Physiotherapy Theory and Practice 1-13.
Hedlund, L. & Gyllensten, AL. (2013). The physiotherapists' experience of basic body awareness therapy in patients with schizophrenia and schizophrenia spectrum disorders. Journal of Bodywork and Movement Therapies 17, 169-176.
Perner, S., & Danielsson, L. (in press). Exploring clinical reasoning and professional assumptions in mental health physiotherapy: the physiotherapist´s perspective.
Perner, S. (2017). Mental Health in der Physiotherapie. Grundlagen, Anwendungen und Professionalisierung. Inform 4, 6ff.
Probst, M., Majewski, ML, Albertsen, MN, Catalan-Matamoros, D., Danielsen, M., De Herdt, A., Duskova Zakova, H., Fabricius, S. (...) & Vancampfort, D. (2013). Physiotherapy for patients with anorexia nervosa. Advances in Eating Disorders 1, 224-238.
Skjærven, LH., Kristoffersen, K., & Gard, G. (2010). How can movement quality be promoted in clinical practice? A phenomenological study of physical therapist experts. Physical Therapy 90, 1479-1492.
Sviland, R., Martinsen, K., & Råheim, M. (2018). Towards living within my body and accepting the past: a case study of embodied narrative identity. Med Health Care and Philos 21, 363-374.
Neurologie - Allgemein
Vertiefung in Spezifika der neurologischen Physiotherapie
Um den Austausch über neurologische Fallbeispiele und seltene Krankheitsbilder zu fördern, sammelt das fachliche Netzwerk Neurologie hier Beiträge zu Fallberichten und Informationen zu spezifischen neurologischen Krankheiten.
- Webinare zu Elektrotherapien, die im neurologischen Bereich sinnvoll eingesetzt werden können, sind in kurze Kapitel gegliedert und online verfügbar gemacht, und zwar auf der Wissensplattform Schuhfried Coachy.
- Einen Fortbildungspunkt gibt es für diesen Podcast, der sich mit der Rehabilitation von Post-COVID-PatientInnen befasst und von dem auch das Thema Fatigue und Muskelkräftigung ein Teil ist.
- Agnes Wilhelm, Koordinatorin des fachlichen Netzwerks Neurologie hat für die Seite seltenekrankheiten.info ein Interview zum Thema Physiotherapie und Spinale Muskelatrophie gegeben. Nachzulesen ist das Interview hier.
- Lesen Sie im Download von Kirsten Götz-Neumann über die Gangschulung bei Spastizität aufgrund von Cerebralparese. Mit freundlicher Genehmigung des Georg Thieme Verlags. Dokument: Gangschulung bei ICP
- Einen Erfahrungsbericht und die Anliegen eines Post-Polio Betroffenen finden Sie unter diesem Link. Das Lehrvideo richtet sich an Bachelor-Studierende und ist Teil der Ars Docendi Auszeichnung zum Lehrprojekt NEUroLOGISCH.
- Charcot-Marie-Tooth-Syndrom: Erklärvideo (3 min) und Interview von Barbara Chaloupek MAS von der Selbsthilfegruppe CMT-Austria und Agnes Winkler, MSc vom fachlichen Netzwerk Neurologie von Physio Austria. Dokument: CMT Interview
- 80 Prozent aller Polio-Fälle mit Paresen erkranken nach durchschnittlich 35 Jahren in weiterer Folge an dem Post-Polio-Syndrom (PPS). Es handelt sich dabei um eine eigenständige schwerwiegende chronische Erkrankung. Agnes Winkler, die Leiterin des fachlichen Netzwerks Neurologie, hielt im Rahmen der Jahrestagung im September 2018 in St. Pölten einen Vortrag zu diesem Thema. Sie finden ihn im Downloadbereich.
- Duchenne-Muskeldystrophie (DMD): Hinter einer Entwicklungsverzögerung kann auch die seltene genetische Erkrankung DMD stecken. Da einmal abgebaute Muskeln nicht wieder repariert werden können, ist die Früherkennung sehr wichtig. Nur so kann man dem Muskelabbau zuvorkommen und das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Werden die Zeichen der Muskelschwäche frühzeitig erkannt, kann rasch die Diagnose gestellt und eine gezielte und ganzheitliche Behandlung begonnen werden – für mehr Lebensqualität und eine höhere Lebenserwartung der Buben und jungen Männer mit DMD. Nähere Information zur Früherkennung der DMD finden Sie im Downloadbereich mit freundlicher Genehmigung von PTC Therapeutics Austria GmbH.
Haben Sie ein Fallbeispiel, einen Artikel oder Informationen über ein seltenes Krankheitsbild, welche Sie gerne hier teilen möchten? Dann schicken Sie bitte eine Anfrage an neurologie@physioaustria.at oder agnes.wilhelm@physioaustria.at
Die Neurologie in Österreich stellt sich vor
Das fachliche Netzwerk Neurologie möchte seinen Mitgliedern die Möglichkeit geben, ihre Arbeitsstellen und deren Schwerpunkte vorzustellen, um somit den Austausch zwischen NeurophysiotherapeutInnen, die in den verschiedensten Arbeitsbereichen tätig sind, aber auch die Zusammenarbeit mit interdisziplinären KollegInnen, zu fördern.
Themenschwerpunkte, dieser Artikel können z. B. sein:
- Arbeitsschwerpunkte
- Welche Geräte werden verwendet: Erfahrungen und Einsatzgebiete
- Gibt es laufende Studien oder Projekte im Haus bzw. Ergebnisse, welche bereits publiziert wurden
- Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit externen Therapeuten? Erfahrungen, Wünsche?
- Gibt es Angebote, die auch Nicht-Mitarbeitern zur Verfügung stehen?
Neurologie - ausgewählte Studien
European Physiotherapy Guideline for Parkinson’s disease
Ende 2014 wurde die European Physiotherapy Guideline for Parkinson’s disease der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Sie entstand – von ParkinsonNet und der Royal Dutch Society for Physical Therapy initiiert und hauptfinanziert – unter Mitwirkung der Berufsverbände für PhysiotherapeutInnen aus 19 europäischen Ländern. Aus Österreich war Silvia Nowotny als Teil der »Reading Group« an der »Guideline Developement Group« beteiligt.
Im Frühjahr 2017 haben die europäischen Physiotherapie-Verbände, die Mitglied des ER-WCPT sind – und so auch Physio Austria, die Genehmigung erhalten, die Guideline direkt zur Verfügung zu stellen. Sie finden diese daher im Bereich für Mitglieder. Ebenso können Sie Informationen für Ihre PatientInnen nutzen.
Bitte beachten Sie, dass das Copyright dieser Richtlinie den Eigentümern (KNGF und ParinsonNet) vorbehalten ist.
Hier finden Sie weitere Informationen zur Guideline: http://www.parkinsonnet.info/guidelines/european-guidelines
Palliative Care - ausgewählte Buchempfehlungen
Buchneuerscheinung:
„Was wir noch tun können: Rehabilitation am Lebensende. Physiotherapie in der Palliative Care“
Mit Elsevier, Urban & Fischer konnte ein renommierter Verlag gewonnen werden, das weltweit erste Buch zum Thema Physiotherapie in der Palliative Care zu veröffentlichen. „Was wir noch tun können: Rehabilitation am Lebensende. Physiotherapie in der Palliative Care“ ist ein fallorientiertes Fachbuch.
Die Inhalte sind bewusst so gewählt, dass alle PhysiotherapeutInnen und andere interessierte Berufsgruppen, die mit Menschen am Lebensende arbeiten, Informationen erhalten. KollegInnen, die in einer spezifischen palliativen Einrichtung tätig sind oder in einem Krankenhaus arbeiten werden Ihre Bedürfnisse genauso wiederfinden, wie TherapeutInnen, die in der freien Praxis oder in einem Altersheim tätig sind. Die Inhalte reichen demnach von der Behandlung von Kindern über Erwachsene bis hin zu geriatrischen Menschen mit Demenz.
Sportpyhsiotherapie - ausgewählte Leitlinien
Sportpyhsiotherapie - ausgewählte Studien
Studiert und Kommentiert: Patellofemoral Consensus Statement
2016 Patellofemoral Consensus Statement from the 4th International Patellofemoral Pain Research Retreat, Manchester. Part 2: recommended physical interventions (exercise, taping, bracing, foot orthosis and combined interventions)
Kay M Crossley, Marienke van Middelkoop, Michael J Callaghan, Natalie J Collins, Michael Skovdal Rathleff, Christian J Barton (2016). British Journal of Sports Medicine, 50 (14): 844-852, im Download-Bereich verfügbar.
Im Zuge des International Patellofemoral Pain Research Retreats 2015 in Manchester wurde das Erstellen dieses Consensus Statement beschlossen, um ein Update der derzeitigen Evidenzlage hinsichtlich des Patellofemoralen Schmerzsyndromes (PFSS) zu erbringen. Bei dem Consensus Meeting kam es zur Mitwirkung weltweit angesehener ExpertInnen auf diesem Gebiet. Resultierend auf den Empfehlungen evidenzbasierter Literatur der Jahre 2010 bis 2015 sowie unter Einbeziehung von Erfahrungswerten seitens PatientInnen und der Expertise von KlinikerInnen sollten patientInnennahe Behandlungsansätze erstellt werden.
Die Aufgabe der ExpertInnengruppe bestand darin, die Interventionen in der vorliegenden Literatur auf ihre Effektivität hinsichtlich Schmerz, Funktion und allgemeine Symptomatik zu untersuchen. Dazu wurde eine 10-Punkte-Likertskala basierend auf den Osteoarthritis Research Society International (OARSI) Richtlinien verwendet. Eine Score von 0-3 wurde von den ExpertInnen als ungeeignete Intervention beschrieben, 4-6 bedeutete unsichere und 7-9 eine geeignete Intervention.
Ergebnisse
Charakteristisch für das Patellofemorale Schmerzsyndrom ist der anteriore Knieschmerz verbunden mit Aktivitäten wie Knien, Aufstehen nach langem Sitzen, bergab Gehen und oft nach sportlicher Überlastung.
Es kam zu vier evidenzbasierten Empfehlungen seitens der Konsensusgruppe, welche Gesundheitsdiensteanbieter zur Schmerzlinderung, Funktionsverbesserung und Symptomlinderung einsetzen sollten bzw. zwei, welche nicht empfohlen werden können:
- Trainingstherapie: reduziert Schmerz sowohl kurz-, mittel- als auch langfristig und verbessert die Funktion mittel- und langfristig.
- Kombiniertes Training der Hüft- und Kniemuskulatur: Dadurch kommt es zu kurz-, mittel- und langfristiger Schmerzverminderung; diese kombinierte Intervention sollte dem alleinigen Training der Kniemuskulatur vorgezogen werden!
- Kombinierte Interventionen wie Krafttraining Hüfte/Knie, Patella Taping, Gelenksmobilisationen und Ortheseneinsatz werden empfohlen, um Schmerz kurz- und mittelfristig (jedoch NICHT langfristig) zu verbessern; keine Auswirkung auf bzw. Aussage hinsichtlich Funktionsverbesserung.
- Ortheseneinsatz erbringt nur kurzzeitige Effekte hinsichtlich Schmerzreduktion.
- Alleinige Mobilisationen Patellofemoral, Femoro-tibial und der LWS können als alleiniger Ansatz nicht empfohlen werden, da sie meist nicht zu einer Verbessrung führen.
- Elektrotherapie alleine ist nicht geeignet zur Schmerz- und Funktionsverbesserung.
Bei Punkt 4 und 5 konnte keine Evidenz gefunden werden hinsichtlich Schmerz- und Funktionsverbesserung, wenn diese als alleinigen Behandlungsansätze dienten!
Conclusio
Auch wenn sich in der wissenschaftlichen Literatur in erster Linie die Trainingstherapie als evidenzbasierter (und v.a. langfristiger) Behandlungsansatz bei einem PFSS darstellt, so kommt es doch zu einer umfassenderen Empfehlung seitens der Konsensus Gruppe: Zur Behandlung des PFSS eignet sich vor allem ein kombinierter Therapieansatz, bestehend aus Trainingstherapie der Knie- und Hüftmuskulatur, Patellofemorales-Taping, Mobilisation des Patellofemoralen- und Tibiofemoralen Gelenkes, sowie zusätzlich individuell angepasste Orthesen. Denn nur so kann sowohl kurz-, mittel- als auch langfristig das optimale Outcome hinsichtlich Schmerz- und Funktionsverbesserung bei einem PFSS erreicht werden.
Kommentar
Wie auch schon bei dem von Barabra Wondrasch zusammengefassten Warwick Agreement zum Thema FAI (Inform Juni 2017) handelt es sich bei dieser zum PFSS vorliegenden Arbeit nicht um eine Studie im herkömmlichen Sinn, sondern um ein Agreement, welches einen internationalen und multidisziplinären Konsensus betreffend der Behandlungsansätze bei PatientInnen mit der Diagnose PFSS darlegt.
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