Di., 16.06.2026 | in:
Neurologie

Fachliches Netzwerk Neurologie beim Physio Austria Symposium 2026

Fachliches Netzwerk Neurologie beim Posterwalk beim Physio Austria Symposium 2026

 

Im Workshop „Krafttraining in der Neurologie" vermittelten Angelika Huemer-Toff und Lea Kilchenmann ein spannendes, hochaktuelles und wissenschaftlich fundiertes Thema auf praxisnahe Weise. Die Herausforderung bestand darin, die Komplexität des Themas kompakt aufzubereiten und den Teilnehmenden gleichzeitig die Möglichkeit zu geben, Krafttraining unmittelbar selbst zu erleben. Durch praktische Übungen wurde erfahrbar, wie wichtig im neurologischen Krafttraining die richtige Intensität und die Wahrnehmung der eigenen Anstrengung sind – etwa mithilfe der RPE- beziehungsweise Borgskala. Dabei konnten die Teilnehmenden selbst erleben, was ein ausreichender muskulärer Kraftreiz beziehungsweise Muskelversagen bedeutet. Im Mittelpunkt stand die Unterscheidung zwischen Widerstandstraining und tatsächlichem Krafttraining. Das Fazit des Workshops: Erst ein ausreichend hoher muskulärer Reiz schafft die Grundlage für Kraftzuwachs – andernfalls bleibt das Training im Bereich des Widerstandstrainings mit geringerem muskulären Effekt.

Agnes Wilhelm hielt einen Workshop zum Thema „Charakterisierung von Freezing of Gait – Erkennen, Verstehen, Behandeln". In diesem Workshop erhielten Physiotherapeut*innen einen strukturierten Überblick über die systematische Befundung von Freezing of Gait mithilfe des Fragebogens Characterizing Freezing of Gait (C‑FOG) sowie über die zugrunde liegende Pathophysiologie und mögliche physiotherapeutische Interventionen.
Open Access der deutschen Übersetzung des C-FOG-D:
German translation of the Characterizing Freezing of gait questionnaire: implementation of the TRAPD process | Journal of Patient-Reported Outcomes | Springer Nature Link

Premiere beim PhysioAustria-Symposium: Erstmals gab es einen Posterwalk, bei dem wissenschaftliche Arbeiten sowie Bachelor-, Master- und Doktoratsprojekte vorgestellt werden konnten. Auch wenn dieses Format organisatorisch anspruchsvoll ist – die Posterpräsentationen fanden in den Pausen statt – lohnt es sich: Posterwalks entsprechen dem internationalen Standard bei Kongressen oder Tagungen und bringen Forschung und Praxis zusammen.

Besonders stark vertreten waren neurologische Themen: 

  • Karin Lotter präsentierte Teile ihres Doktoratsprojekts zur ICF. Das Projekt hat die praxisorientierte Anwendung der ICF in der freiberuflichen neurologischen Physiotherapie zur Strukturierung von Therapieprozessen zum Ziel.
  • Lukas Berger-Maul und Andrea Greisberger stellten ein Projekt der Hochschule Campus Wien vor: MARTHA – eine App, die Menschen nach Schlaganfall bei der Umsetzung ihres Heimübungsprogramms unterstützt, wird weiterentwickelt und in die Regelversorgung integriert.

Beide Plakate zur Präsentation der Forschungsprojekte findest du im Download-Bereich (siehe unten). Wir danken für das zur Verfügung stellen.

Fazit: Mehr Austausch, mehr Evidenz, mehr Praxisnutzen – der Posterwalk macht's möglich.