Skoliose und Sport

Bewegung und Sport sind grundsätzlich immer zu begrüßen. Bei Skoliosen bis zu 40 Grad sind generell alle Sportarten möglich und die aktive Teilnahme am Schulsport wird unbedingt empfohlen. Es gibt keine gesicherten Hinweise dafür, dass bei vorbestehender Skoliose bestimmte Sportarten zu einer Zunahme der Deformität führen. Lediglich Leistungssport kann eine zu hohe Belastung der Skoliose darstellen und sollte daher unter regemäßiger physiotherapeutischer Kontrolle stattfinden.

Auch für SkoliosepatientInnen mit einem Cobb- Winkel von über 41 Grad wird Sport empfohlen, da gerade diese Personengruppe eventuell kardiopulmonale Beeinträchtigung aufweist. Hier macht die sportliche Betätigung besonders großen Sinn! Allerdings sind wirbelsäulenstauchende Sportarten sowie Bewegungen mit wiederholten Verdrehungen und Biegungen in die Skoliose kontraproduktiv.

Operierte PatientInnen dürfen bzw. sollen sich ebenfalls sportlich betätigen. Welche Sportart sich am besten eignet, sollte jedoch individuell entschieden werden, da es unterschiedliche OP-Techniken gibt, die berücksichtigt werden müssen.
Oft sind übertriebene Vorsicht und die Angst vor belastungsabhängiger Verschlimmerung Gründe, warum Eltern, LehrerInnen und ÄrztInnen die körperliche Aktivität junger SkoliosepatientInnen einschränken. Doch im Allgemeinen gilt: Sport zu machen ist immer gesünder als keinen Sport auszuüben; die Sportart selbst spielt dabei eine eher untergeordnete Rolle.

Hinweis für Korsett-TrägerInnen: Während der Sportausübung wird üblicherweise keine Orthese getragen. Die sportliche Betätigung darf allerdings zur Korsett-Tragezeit hinzugerechnet werden.

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