Vorträge am SSPS 2019

Hier finden Sie eine Zusammenfassung der Vorträge am Salzburger Sportphysiotherapie-Symposium 2019.

Health in young elite sports from a biopsychosocial perspective (Ansgar Thiel)
Rein biomedizinische (körperlicher) Ansätze in der Betreuung und Leistungsaufbau von Jugendlichen reichen nicht aus! Dabei haben alle (Trainer, Eltern, Medizinisches Personal,…)  eine wesentliche Rolle in der optimalen Betreuung von SportlerInnen. So genannte bio-psycho-soziale Ansätze sind notwendig. Entscheidend ist nicht nur die mechanische/biologische, sondern auch die Berücksichtigung der psycho-soziale Stressoren des/der SportlerIn (emotionaler Stress/ Freunde / andere Aktivitäten außerhalb des Leistungsportes uvm.)

Optimal Loading (Phil Glasgow)
Der Leistungsaufbau ist eine lange; komplexe und individuelle Reise, die wir mit dem/der Athleten/in gemeinsam gehen müssen, immer in Hinblick auf Kontext und Outcome gemacht werden. Hinsichtlich Training / Belastung ist unsere primäre Frage: was ist das Ziel! Primäre Ziele sind die Berücksichtigung von Schmerz, Steigerung der Gewebebelastbarkeit und die Bewegungskompetenz.

Resistance Training in young athletes (Urs Granacher)
Krafttraining für Jugendliche ist sicher und wesentlich für den erfolgreichen und sicheren Leistungsaufbau. Wichtigstes Motto des Trainings lautet: Qualität vor Quantität mit der Beachtung des biologischen Alters (Reifegrades)! Durch Krafttraining kommt es zu einer Reduktion einer Verletzungsrate, des Übertrainings und zu einer Erhöhung der sportlichen Leistung, physischen Fitness und motorischen Fähigkeiten.

Strength Training during adolescence: determination of the muscle condition (Silvio Lorenzetti)
Auch dieser Vortragende betont, dass Krafttraining für Kinder und Jugendliche wichtig und sicher ist. Interessante ist, dass die Verletzungsregionen im Wachstum wechseln und Kinder sich vor allem im Bereich Hand, Kopf und Fuß verletzen.

Injury prevention in youth sports (Evert Verhagen)
Verletzungen bei sportlichen Aktivitäten ändern sich im Lebenslauf. Diese passieren vor allem von 0-17 Jahren. Vor allem inaktive/unsportliche Kinder haben ein erhöhtes Verletzungsrisiko. Kurzfristiges Aufwärmen und Sturzprogramme halfen das Risiko zu reduzieren. Präventionsprogramme funktionieren, aber sie müssen auch tatsächlich umgesetzt werden.

Injury prevention in youth ski racing (Christian Raschner; Lisa Steidl-Müller)
Skifahren auf Weltcupniveau hat ein hohes Verletzungsrisiko, dabei ist vor allem das Kniegelenk betroffen (ca.35% aller Verletzungen). Daher sind Überlegungen zur Prävention bzw. Analyse von Risikofaktoren notwendig. Dabei konnten nicht modifizierbare (biologisches Alter) von modifizierbaren Risikofaktoren (v.a. physische Fitness) erfasst werden. Als physische Faktoren werden Rumpfkraft, neuromuskuläre Kontrolle und Asymmetrien/Dysbalancen der Beinkraft im Training adressiert. Zusätzlich spielt die Schlafhygiene/Dauer zur Verletzungsprävention eine wichtige Rolle. If you train very hard – you have to rest very hard

Diving into your duty of care responsibility to youth athletes <18a (Clare Ardern)
In der Betreuung von jungen Athleten/innen müssen gemeinsame Entscheidungen aller Beteiligten (Kind/Trainer/Med.Profs) mit bestem Wissen und Gewissen auf ethischer Grundlage getroffen werden. Diese können anhand von 6 Entscheidungspunkten getroffen werden. (Best Interest / Harm Principle / Parent-guardian preference / costs-benefits / not unreasonable / reasonable choice)

3 hard facts to share RTS decision making after ACL injury (Clare Ardern)
Rehabiliation nach ACL Verletzungen muss im Kontext von shared decision making getroffen werden, also von allen Beteiligten und an die Sportart angepasst werden. Diese Entscheidungen werden an den 5 Empfehlungen vom Consensus Statement angelehnt. Dabei sind sportartspezifische Tests (z.B Hop Test), die Quadricepskraft und Symmetrie
3 Keypoints
• nicht alle Sportler kehren zum Sportlevel zurück
• die Sporttests müssen sportartspezifisch sein und den Anforderungen gerecht werden
• 1 von 4 Sportlern erleiden weitere Verletzungen
3 klinische Kriterien
• 9 Monate RTS
• Quadriceps Kraft / Symmetrie
• Hop & Agility performance
Studien:
Exercise Based Knee and Anterior C. L JOSPT
5 Empfehlungen to RTS
• Mehrere Tests die dem Sport ähnlich sind
• Offene Aufgaben
• Reaktive Entscheidungen
• Monitoring Workload

The young hip and groin (Igor J. R. Tak)
Leistenschmerz kann von unterschiedlichen Quellen verursacht  arden (Leistenband, Adduktoren, Bauchorganen, Psoas, Pubic, Hip, Doha agreement Thorborg 2015?)
FAIS (Warwick 2017) Warwick: FAI Syndrome = Pain PLUS positive Tests + radiograph/MRT findings Sonst kein FAIS!
Prävention is not sexy but crucial (Systemvoraussetzungen). Beckenkippung für Fussballer wichtig (Abdominal, adductors, Hüfte). Sportartspezifische und Ursachen-orientiertes Training sollte in Sekundärprävention vorhanden sein.

Concussion in youth athletes (Mario Bizzini)
Es gibt einige gute Guidelines zu Concussion Management – letztes Statement Berlin 2016.
Bei einem Trauma mit dem Verdacht einer Gehirnerschütterung kommt meistens das Concussion Recognition Tool 5 (SCAT 5) zur Anwendung (dieses kann man gratis downloaden). Zusätzlich sind return to School und RTS Strategien darin enthalten, die progressive Steigerung von Aktivität beinhalten. Beschwerden sollten innerhalb von 7-10 Tagen vergehen (80-90%)

Zusammenfassung der Diskussionen – Implementing injury prevention (James O Brien)
TIP Cycle (Team Sport injury prevention) Prävention im Leistungssport ist ein immer wieder kehrender Prozess, der die Hauptbereiche (Re)Evaluate/Identify/Intervene beinhaltet.
Evaluate:
• What is the current Injury situation
• What is the current injury prevention situation
Identify:
• Injury Risk factors and mechanism
• Barriers & facilitators to delivering injury prevention
Intervene:
• Introduce injury prevention strategies
• Plan the content and delivery of injury prevention strategies
IOC Statement: 2 Faktoren relevant: Fairness im Sport – Reduktion von Verletzungsmechanismen
Frage: wie kann man den Sport (Skifahren) sicherer machen?