Glossar

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Dokumentation

Bezeichnung für die Erfassung aller Aspekte der PatientInnen-/KlientInnen-Betreuung und Führung einschließlich Ergebnisse aus Anamnese, Befunderhebung, Analyse, Diagnose, Prognose und Behandlungsplan sowie Untersuchungen, Clinical Reasoning, Zielsetzung, therapeutische Maßnahmen, Verlauf der Behandlung und Kontrolle/Evaluation, Empfehlungen zu Weiterbehandlung und Kontrollmaßnahmen sowie einen Endbefund/-bericht. Die Dokumentation ist in Österreich eine gesetzlich geregelte Berufspflicht der PhysiotherapeutInnen (MTD-Gesetz).

(Documentation s. WCPT Glossary: Terms used in WCPT’s policies and resources. Version 2.0. August 2013.)

Siehe auch: Record bzw. Physical therapy records. WCPT Glossary: Terms used in WCPT’s policies and resources. Version 2.0. August 2013.

Eigenverantwortlichkeit (eigenverantwortlich)

Die aktive Akzeptanz und Wahrnehmung der persönlichen Verantwortung für verschiedene Rollen, Pflichten und Maßnahmen der Physiotherapie einschließlich Selbstregulation und andere Verhaltensweisen, die sich positiv auf einen Therapieerfolg für PatientInnen/KlientInnen, die Profession und die gesundheitlichen Bedürfnisse der Gesellschaft auswirken. In Österreich für PhysiotherapeutInnen im MTD-Gesetz geregelt.

(Accountability/Autonomy/Professional autonomy s. WCPT Glossary: Terms used in WCPT’s policies and resources. Version 2.0. August 2013.)

Ethische Grundsätze

Die Beachtung von ethischen Aspekten erfährt im Gesundheitswesen zunehmend an Bedeutung und ist auch in der Physiotherapie ein wichtiges Thema. Die World Confederation for Physical Therapy WCPT hat in einer Grundsatzerklärung die „Ethischen Grundsätze für PhysiotherapeutInnen“ festgeschrieben. Diese Grundsatzerklärung wurde erstmals 1995 von der Generalversammlung des Weltverbandes verabschiedet und in einer überarbeiteten Version 2007 neu angenommen. Wichtigste Anliegen aller PhysiotherapeutInnen sollte eine effektive Qualitätskontrolle bei gleichzeitiger Respektierung der Rechte der PatientInnen/KlientInnen sein. Von PhysiotherapeutInnen wird erwartet, dass sie die Rechte und die Würde aller Personen respektieren, die Gesetze und Bestimmungen, welche für die Praxis der Physiotherapie im jeweiligen Land anzuwenden sind, einhalten, die Verantwortung für eine fundierte Urteilsfindung übernehmen, ehrliche, kompetente und verantwortungsvolle professionelle sowie qualitativ hochwertige Leistungen erbringen, Anspruch auf ein gerecht und fair bemessenes Entgelt für ihre Leistungen haben, den PatientInnen/KlientInnen, anderen Einrichtungen und der Gesellschaft präzise Informationen über die Physiotherapie und die von PhysiotherapeutInnen angebotenen Leistungen zur Verfügung stellen und zur Planung und Entwicklung von Gesundheitsdienstleistungen beitragen, die auf die gesundheitlichen Bedürfnisse der Gesellschaft abgestimmt sind.

(Physio Austria – www.physioaustria.at; s.a. Professional/Research ethics s. WCPT Glossary: Terms used in WCPT’s policies and resources. Version 2.0. August 2013.)

Evidenz

Wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis zu einem Sachverhalt. Nachweis, Beweis, Beleg von Hypothesen bzgl. der Wirksamkeit von diagnostischen oder therapeutischen Interventionen.

(Physiolexikon - Physiotherapie von A bis Z, 2010. bzw. Springer Lexikon Physiotherapie, 2010.)

Fortbildungsaktivitäten

Es besteht die gesetzliche Verpflichtung von PhysiotherapeutInnen sich regelmäßig fortzubilden, um die eigenverantwortliche Durchführung ihrer beruflichen Aufgaben qualitativ hochwertig und nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft gewährleisten zu können. International hat sich für die kontinuierliche berufliche Fort- und Weiterbildung die Formulierung „Continuing Professional Development“ (CPD) durchgesetzt. Hierbei handelt es sich um die Fortsetzung bzw. Wiederaufnahme organisierten Lernens nach dem Abschluss der Berufsausbildung. Die Lernenden sind individuell für die Organisation und Durchführung ihrer Fortbildungsaktivitäten verantwortlich.

(Richtlinie zur kontinuierlichen Fortbildung von MTD-Berufen/MTD-CPD-Richtlinie; s.a. Advanced clinical competence s. WCPT Glossary: Terms used in WCPT’s policies and resources. Version 2.0. August 2013/Continuing professional development (CPD) portfolio s. Annex 1: Terms Specific to the European Region of WCPT.)

Freiberufliche Berufsausübung

Die freiberufliche Berufsausübung der Physiotherapie erfolgt durch selbständige PhysiotherapeutInnen (freier Beruf, kein Gewerbe) im Rahmen eigener Praxisräumlichkeiten oder von Hausbesuchen. Grundvoraussetzung ist die Meldung eines Berufssitzes. Die freiberufliche Berufsausübung basiert dabei auf der Grundlage eines Behandlungsvertrages zwischen der Physiotherapeutin/dem Physiotherapeuten und den PatientInnen/KlientInnen.

(MTD-Gesetz; s.a. Independent practitioner/Private practice s. WCPT Glossary: Terms used in WCPT’s policies and resources. Version 2.0. August 2013.)

Gesundheitsberuf

Unter einem Gesundheitsberuf ist in Österreich ein auf Grundlage des Kompetenztatbestandes „Gesundheitswesen“ (Art. 10 Abs. 1 Z 12 B-VG) gesetzlich geregelter Beruf zu verstehen, dessen Berufsbild die Umsetzung von Maßnahmen zur Obsorge für den allgemeinen Gesundheitszustand der Bevölkerung umfasst. Darunter sind Tätigkeiten im Rahmen der Gesundheitsversorgung zu verstehen, die unmittelbar am bzw. unmittelbar oder mittelbar für den Menschen zum Zwecke der Förderung, Erhaltung, Wiederherstellung oder Verbesserung der Gesundheit im ganzheitlichen Sinn und in allen Phasen des Lebens erbracht werden.

Ein Gesundheitsberuf ist in Österreich vom Gesetzgeber durch Tätigkeits- bzw. Berufs-, Bezeichnungs- und grundsätzlich durch Ausbildungsvorbehalt geschützt. Angehörige dieser Berufe leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung sowie in der Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Palliation. Der Beruf ist ohne Unterschied der Person gewissenhaft unter Einhaltung der hierfür geltenden Vorschriften und nach Maßgabe der fachlichen und wissenschaftlichen Erkenntnisse und Erfahrungen auszuüben.

Die patientInnen- und klientinnenorientierte/-nahe Ausbildung erfolgt unter gesetzlich definierten Rahmenbedingungen. Für im Ausland erworbene Qualifikationen ist eine Zulassung zur Berufsausübung bzw. Nostrifikation erforderlich. Angehörige der Gesundheitsberufe haben sich über die neuesten Entwicklungen und Erkenntnisse der berufsrelevanten Wissenschaften regelmäßig fortzubilden.

(GESUNDHEITSBERUFE IN ÖSTERREICH, 2013; s.a. Regulated profession in WCPT Glossary: Terms used in WCPT’s policies and resources. Version 2.0. August 2013.)

Gesundheitsförderung

„Gesundheitsförderung zielt (…) auf einen Prozess ab, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen." (Ottawa-Charta, 1986, WHO)

Gesundheitsförderung unterstützt durch Wissensvermittlung und Einbeziehen der Umwelt Aktivitäten und Lebensumstände, die der Gesundheit zuträglich sind. Es handelt sich um einen umfangreichen sozialen und politischen Prozess zur Stärkung von Fähigkeiten und Fertigkeiten von Individuen und Gesellschaft sowie zur positiven Veränderung von Umwelt-, Wirtschafts- und sozialen Faktoren.

Gesundheitsförderung zielt auch auf Prävention von (nicht) übertragbaren Krankheiten, Verletzungen, Gewalt und psychischen Problemen ab.

(Health promotion s. WCPT Glossary: Terms used in WCPT’s policies and resources. Version 2.0. August 2013.)

Gesundheitsförderung (betrieblich)

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) umfasst alle gemeinsamen Maßnahmen von ArbeitgeberInnen, ArbeitnehmerInnen und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Dies kann durch eine Verknüpfung von Verbesserung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbedingungen, Förderung einer aktiven Mitarbeiterbeteiligung und Stärkung persönlicher Kompetenzen erreicht werden.

(Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung in der EU, 2007)

Hilfsmittel

Produkte, die das Leben der NutzerInnen erleichtern sollen. Dies gilt insbesondere für die Bewegung im Alltag, um fehlende oder nur unzureichend (wieder) herstellbare Funktionen zu ersetzen oder zu kompensieren (z.B. Stöcke, Schienen, Rollstühle sowie für selbständige Körperpflege adaptierte Produkte oder auch computergestützte Kommunikation).

(Assistive products and technology s. WCPT Glossary: Terms used in WCPT’s policies and resources. Version 2.0. August 2013.)

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