Skoliose und OP

Schreitet eine Skoliose trotz intensiver Therapie und Korsettversorgung voran, muss eine Operation angedacht werden. Nachdem es sich bei einer Operation um eine Versteifung mehrerer Wirbelsäulensegmente handelt, müssen die Risiken jedoch umsichtig abgewogen werden. Eine versteifte Wirbelsäule führt meist zu einigen Einschränkungen im Alltag, daher ist eine umfassende Aufklärung im Vorfeld von entscheidender Bedeutung.

Die Hauptziele einer Operation sind das Fortschreiten der Skoliose aufzuhalten, die Deformität optisch zu verbessern sowie die Wiederherstellung oder Verbesserung der Statik zu erlangen. Dafür stehen mehrere Operationsmethoden zur Verfügung, über deren Anwendung der jeweilige Operateur entscheidet.

Wichtig ist die konsequente Weiterführung der Therapie, denn der nicht-operierte Wirbelsäulenabschnitt und die dazugehörigen Rumpfabschnitte können wieder rasch in das Skoliosemuster abgleiten. Im Bewusstsein operierter Patienten bestehen die skoliotischen Haltungs- und Bewegungsmuster weiterhin, daher muss intensive Wahrnehmungsschulung und eine neurophysiologische Umbahnung vorhandener Bewegungsmuster eingeleitet werden. Die beweglichen Abschnitte ober- und unterhalb der Fusionsstrecke werden oft überlastet und neigen durch die vermehrte Zugbelastung zu Instabilitäten.

Die Aufgaben der Physiotherapie präoperativ:

  • Intensive Mobilisation der Wirbelsäule
  • Erweiterung des Lungenvolumens
  • Wahrnehmungsschulung
  • Vorbereitung auf neue Bewegungs- und Haltungsmuster

Die Aufgaben der Physiotherapie postoperativ:

  • Muskuläre Stabilisation des Operationsergebnisses
  • Wahrnehmungsschulung
  • Atemtherapie
  • Einschulen von Alltagshaltungen und –bewegungen
  • Erarbeiten neuer Bewegungsmuster
  • Organbehandlung
Patient vor OP
Patient nach OP
Patient nach OP
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