Behandlungsschema der Skoliose

Weist eine Skoliose unter 10° nach Cobb und keine bis minimale Rotationsgrade auf, sprechen wir in der Regel von einer skoliotischen Fehlhaltung, welche nicht zwingend therapiert werden muss. Allerdings kommt der regelmäßigen Beobachtung und Befunderhebung eine zentrale Bedeutung zu, da sich aus einer skoliotischen Fehlhaltung im Laufe des Wachstums eine Skoliose entwickeln kann. Die Beobachtungszeiträume sollten 6 Monate nicht überschreiten. Gibt es in der Familie des Patienten andere Personen mit Skoliose, sollten engmaschigere Kontrollen stattfinden.

Überschreitet eine Skoliose Werte von über 10° bei einem Kind oder Jugendlichen sollte gezielte Physiotherapie eingeleitet werden. Ziel ist es dem Voranschreiten der Krümmungen möglichst früh entgegenzuwirken und möglichst optimale Korrekturstellung der Wirbelsäule zu erarbeiten. Dafür ist das selbständige und tägliche Üben zuhause unerlässlich. Aus diesem Grund müssen bei Kindern und Jugendlichen auch die Eltern in den Prozess mit eingebunden werden. Wenn eine gute Zusammenarbeit zwischen Patient, TherapeutIn und Eltern stattfindet, haben die Betroffenen sehr gute Chancen die Skoliose „in den Griff“ zu bekommen.

Schreitet die Progredienz trotz intensiver Therapiemaßnahmen weiter voran und übersteigen die Winkelwerte 20-25°, wird zusätzlich zur Physiotherapie ein Korsett verordnet. Wichtig ist, dass das Korsett die täglichen Übungen zuhause nicht ersetzt, sondern ergänzt.

Sollte trotz Therapie und Korsett die Progredienz nicht aufzuhalten sein, und erreicht die Skoliose starke Krümmungswerte muss eine Operation angedacht werden. Die Entscheidung dazu muss allerdings individuell abgewogen werden.

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