Webinar: orthopädietechnische Versorgung des Spitzfußes in Kombination mit Fehlstellungen im unteren Sprunggelenk

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Die Methoden und Ziele der modernen Orthesenbehandlung haben sich in den letzten Jahren rasant verändert. Auch heute entspricht es dem Standard, dass bei reversiblen longitudinalen und transversalen Gelenksfehlstellungen an Kindern Orthesen und Schienen in erster Linie als Progredienzbremse und bei post-op. Zuständen zur Rezidivprophylaxe eingesetzt werden. Neue Versorgungskonzepte und innovative Orthesenkonstruktionen erweitern nun die Palette der Indikationen.
Die Methode einer jeden zielführenden orthetischen Versorgung muss auf einer validen bio-mechanischen Betrachtungsweise fundieren. Dabei bildet das Verständnis von den wirkenden Kräften und den daraus resultierenden Drehmomenten einen der Kernpunkte einer guten Versorgung. Darauf wird im Rahmen dieses Webinars ebenfalls im ersten Block eingegangen.


Am 2. Juni 2021 findet ein ergänzendes Webinar zum Thema "Behandlung des spastischen Spitzfußes bei PatientInnen mit ICP" (klick!) statt, am 16. Juni 2021 findet ein ergänzendes Webinar zum Thema "Komplexität der Behandlung des spastischen Spitzfußes bei neuroorthopädischen PatientInnen" (klick!) statt.


 

Inhalt:

Biomechanik
In diesem Vortragsblock wird diese biomechanische Betrachtungsweise von Grund auf erläutert, um den Teilnehmern weitere methodische Fähigkeiten zu vermitteln, Versorgungen in ihrer Wirkung und Zielführung zu bewerten.

Die Bodenreaktionskraft bildet das Fundament der wirkenden Drehmomente in der Dynamik. Diese externen Momente bestimmen im Zusammenspiel mit den intern wirkenden Kräften die resultierende Belastung des Beines. Um eine zielführende Versorgung planen zu können, muss zunächst das physiologische Belastungsziel bekannt sein. Dabei gibt es klare Zielwerte, die eine physiologische Belastung kennzeichnen und beschreiben. Dem labilen Gleichgewicht im Stand ist es geschuldet, dass sich diese Belastungen stehts ändern, jedoch einem klaren Muster folgen. Wenn man sich demnach dieser Zielindikatoren bewusst ist, kann man die geplante oder eine vorhandene Versorgung in ihrer Qualität daran bewerten, ob und wie diese Ziele erreicht werden.

Die gezielte Manipulation der vorherrschenden Drehmomente ist eines der Grundprinzipien in der Orthetik. Dabei können die verwendeten Methoden einfach heruntergebrochen werden und jede Versorgung daran bewertet werden. Die ständige Frage was leistet die Versorgung für den Patienten bildet dabei das Leitbild einer solchen Planung/Bewertung.

Orthesen

Geschickt konstruierte und biomechanisch lenkende Orthesenkomponenten erlauben die Korrektur dynamischer Fehlstellungen im unteren und oberen Sprunggelenk sowie im Kniegelenk. Sie ermöglichen eine gezielte Drehung bzw. Gegendrehung, translative Verschiebungen, Dehnung verkürzter Muskulatur, intraartikuläre Distraktion uvm. Dynamische Orthesenelemente fördern und unterstützen das Muskelwachstum und das Ausmaß der Gelenkbewegungen. Die Komponenten sind so konstruiert, dass pathologische Bewegungen blockiert, physiologische dagegen nicht eingeschränkt werden.

Moderne Orthesenkonstruktionen können bei Schmerzzuständen im OSG eine deutliche Schmerzredukion unter Vollbelastung erreichen, Widerstand der Muskulatur herabsetzen, schwache Muskelgruppen stärken, und vor Überdehnung schützen. Häufig gelingt es, reversible Fehlstellungen zu beheben und die korrespondierenden Knochen in ihre anatomisch korrekte Position zurückzuführen.

Moderne Orthesensysteme können nicht nur Defizite ausgleichen, Gelenke stützen, vor Rezidiven und Fehlstellungen schützen, sondern auch zur Heilung beitragen. Sie sind integraler Bestandteil innovativer Behandlungskonzepte.
Kinderversorgungen müssen regelmäßig und in kurzen Zeitabständen an das Wachstum angepasst werden. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis korreliert mit der Tragezeit. Die Möglichkeit zur Adaption der Systeme nach Befundveränderungen und Wachstum sollte obligat sein.

 

Ziel

Den TeilnehmerInnen werden die stets anwendbaren Grundprinzipien, die sie bei der Bewertung und Planung von Versorgungen unterstützen sollen, nähergebracht. Die Kenntnis des der Wechselwirkungen dieser Prinzipien soll den TeilnehmerInnen helfen, im Alltag zwischen Versorgungszielen abwägen zu können und grundlegende Auswirkungen einer solchen Manipulation durch Orthesen auf andere Körpersegmente einschätzen zu können.

 

Methode:

  • Vortrag und Präsentation
  • Fragen und Antworten

 

 


Anmerkungen zum organisatorischen Ablauf:

  • Dieses Online-Seminar wird im Webinar-Modus abgehalten. Fragen werden schriftlich über F&A gestellt.
  • Um allenfalls weitere Interaktion zu ermöglichen, sind Kamera- und Mikrofonfunktion am eigenen Endgerät empfohlen.
  • Das Webinar findet über "Zoom" statt. Sie können am PC wie auch auf gängigen Smartphones und Tablets daran teilnehmen (nähere Informationen finden Sie ***hier***).

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass die Stornoversicherung der Europäischen Reiseversicherung nur für unsere Präsenzseminare gilt, nicht für Webinare.