Mental Health in der Physiotherapie - Einführung

Einführung in Theorie und Praxis

 

Aktuelle Erhebungen der WHO zeigen, dass psychiatrische und psychosomatische Störungen ein zunehmend dominantes Thema im Gesundheitswesen darstellen.  Die körperliche Dimension psychosozialen Funktionierens und Leidens sowie die Rolle leiborientierter Therapieansätze werden zunehmend erforscht und deren Wirksamkeit belegt.

Ein ganzheitliches und leibliches Verständnis vom Menschen ist für alle physiotherapeutische Fachbereiche von Bedeutung. Es hat sich gezeigt, dass insbesondere in der Arbeit mit psychisch und psychosomatisch kranken Menschen diese spezifische Sichtweise für die Behandlung entscheidend ist. Aus der Praxis wissen wir aber auch, dass viele PatientInnen mit scheinbar "rein somatischen" Problemen dieses umfassenden Blicks bedürfen.

Die Seminarreihe Mental Health richtet sich daher an alle PhysiotherapeutInnen, die sich mit psychosozialer Gesundheit und Krankheit körperbezogen auseinandersetzen wollen.

 

Inhalt:

Die Theorie umfasst die wesentlichen Grundannahmen sowie relevante Modelle aus der Physiotherapie, Psychologie und Psychotherapie. Das Finden einer gemeinsamen Sprache steht im Vordergrund - um zentrale Begriffe wie Körperwahrnehmung, Körperschema und Körperbild zu klären und darauf den physiotherapeutischen Prozess im Einzel- und Gruppensetting aufzubauen.

In den praktischen Einheiten geht es um das Sammeln von Eigenerfahrung sowie um die strukturierte Bewegungsbeobachtung als Basis für die vertiefende Befunderhebung im Aufbaumodul.

 

Assessment Tools:

  • Strukturierte Befunderhebung nach Schema
  • Resource Oriented Body Examination (ROBE)
  • Einblicke in weitere Assessments wie BARS, BAS-I, LOVIPT, DFBT
  • Einblick in diagnostische Manuale wie z.B. OPD

 

Ziel:

Diese Seminarreihe zielt in vier Modulen auf die Professionalisierung im Fachbereich Mental Health ab. Die TeilnehmerInnen lernen die wesentlichen Aspekte des theoretischen Unterbaus aus konzeptübergreifender Sicht kennen und können bereits vorhandenes Wissen vertiefen. Durch die praktischen Einheiten können die TeilnehmerInnen direkte Eigenerfahrung sammeln, Techniken erlernen und diese für ihren Beruf anwenden.

 

Methode:

  • Theorievorträge und Präsentationen
  • praktische Übungseinheiten und Demonstrationen
  • Fallbeispiele
  • Diskussion, Austausch, Zeit für Fragen
  • Feedback und Reflexion
  • Anwendung des Gelernten in der Praxis zwischen Modulen

 

Zum Ende der Seminarreihe, nach allen vier Modulen, ist der Abschluss mit einer Prüfung möglich.