Medizinische Trainingstherapie. Modul: HWS-LWS

Die Lebensprävalenz von Nacken- und Lendenwirbelsäulenschmerzen beträgt über 60 Prozent und betrifft somit die meisten Menschen mindestens einmal innerhalb ihres Lebens. Es wirkt dadurch nicht nur ein immenser Leidensdruck auf die PatientInnen, sondern es werden auch extrem hohe sozialmedizinische Kosten produziert. Unabhängig von Art und Schweregrad der Veränderung stellt die aktive Therapie einen Schlüssel zum Erfolg dar und ist somit als zentraler Pfeiler der Rehabilitation zu betrachten.

 

Inhalt:

Die Inhalte des Seminars gliedern sich in theoretische (funktionelle Anatomie, ausgewählte biomechanische Aspekte, wie zum Beispiel Bedeutung des intradiskalen Drucks) und praktische Themen (Differentialdiagnostik, trainingstherapeutische Realisation bestehend aus Automobilisation und Autostabilisation sowie Training der motorischen Grundeigenschaften). Thematisiert werden:

  • Subgruppebildung anhand neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse
  • Diskus als Schmerzgenerator, Adaption der Bandscheibe, konservative und postoperative Behandlung des Bandscheibenschadens
  • Klinische Instabilität (Pathogenese, Klinik und Behandlung – methodischer Aufbau von stabilisierenden Maßnahmen)
  • Facettgelenkspathologien (Arthrose – Arthritis, Automobilisation)

 

Assessment-Tools:

  • klinische Untersuchung
  • funktionelle Untersuchung auf Gelenksebene (ROM, Tiefensensbilität, Kraft)
  • funktionelle Untersuchung auf Funktionsebene
  • patient reported outcome measures

 

Ziel:

Die TeilnehmerInnen besitzen nach dem Seminar folgende Fähigkeiten:

  • Differentialdiagnostik bei verschiedenen Pathologien der Lendenwirbelsäule bzw. Halswirbelsäulenregion
  • Erkennen von klinischen Mustern
  • methodischer Aufbau der Trainingsmethoden anhand der Wundheilungsphasen
  • indikationsspezifischer Einsatz evidenzbasierter Test- und Behandlungsmethoden

 

Methode:

  • Theorievorträge und Präsentationen
  • praktische Übungseinheiten und Demonstrationen
  • interaktive Workshops
  • Anschauungsmaterialien
  • Diskussion, Austausch, Zeit für Fragen und Reflexion

Das Verhältnis von Theorie und Praxis beträgt ca. 50:50.