Glossar

A | B | C | D | E | F | G | H | I | K | L | M | P | R | T | W

Gesundheitsberuf

Unter einem Gesundheitsberuf ist in Österreich ein auf Grundlage des Kompetenztatbestandes „Gesundheitswesen“ (Art. 10 Abs. 1 Z 12 B-VG) gesetzlich geregelter Beruf zu verstehen, dessen Berufsbild die Umsetzung von Maßnahmen zur Obsorge für den allgemeinen Gesundheitszustand der Bevölkerung umfasst. Darunter sind Tätigkeiten im Rahmen der Gesundheitsversorgung zu verstehen, die unmittelbar am bzw. unmittelbar oder mittelbar für den Menschen zum Zwecke der Förderung, Erhaltung, Wiederherstellung oder Verbesserung der Gesundheit im ganzheitlichen Sinn und in allen Phasen des Lebens erbracht werden.

Ein Gesundheitsberuf ist in Österreich vom Gesetzgeber durch Tätigkeits- bzw. Berufs-, Bezeichnungs- und grundsätzlich durch Ausbildungsvorbehalt geschützt. Angehörige dieser Berufe leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsversorgung sowie in der Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Palliation. Der Beruf ist ohne Unterschied der Person gewissenhaft unter Einhaltung der hierfür geltenden Vorschriften und nach Maßgabe der fachlichen und wissenschaftlichen Erkenntnisse und Erfahrungen auszuüben.

Die patientInnen- und klientinnenorientierte/-nahe Ausbildung erfolgt unter gesetzlich definierten Rahmenbedingungen. Für im Ausland erworbene Qualifikationen ist eine Zulassung zur Berufsausübung bzw. Nostrifikation erforderlich. Angehörige der Gesundheitsberufe haben sich über die neuesten Entwicklungen und Erkenntnisse der berufsrelevanten Wissenschaften regelmäßig fortzubilden.

(GESUNDHEITSBERUFE IN ÖSTERREICH, 2013; s.a. Regulated profession in WCPT Glossary: Terms used in WCPT’s policies and resources. Version 2.0. August 2013.)

Gesundheitsförderung

„Gesundheitsförderung zielt (…) auf einen Prozess ab, allen Menschen ein höheres Maß an Selbstbestimmung über ihre Gesundheit zu ermöglichen und sie damit zur Stärkung ihrer Gesundheit zu befähigen." (Ottawa-Charta, 1986, WHO)

Gesundheitsförderung unterstützt durch Wissensvermittlung und Einbeziehen der Umwelt Aktivitäten und Lebensumstände, die der Gesundheit zuträglich sind. Es handelt sich um einen umfangreichen sozialen und politischen Prozess zur Stärkung von Fähigkeiten und Fertigkeiten von Individuen und Gesellschaft sowie zur positiven Veränderung von Umwelt-, Wirtschafts- und sozialen Faktoren.

Gesundheitsförderung zielt auch auf Prävention von (nicht) übertragbaren Krankheiten, Verletzungen, Gewalt und psychischen Problemen ab.

(Health promotion s. WCPT Glossary: Terms used in WCPT’s policies and resources. Version 2.0. August 2013.)

Gesundheitsförderung (betrieblich)

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) umfasst alle gemeinsamen Maßnahmen von ArbeitgeberInnen, ArbeitnehmerInnen und Gesellschaft zur Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Dies kann durch eine Verknüpfung von Verbesserung der Arbeitsorganisation und der Arbeitsbedingungen, Förderung einer aktiven Mitarbeiterbeteiligung und Stärkung persönlicher Kompetenzen erreicht werden.

(Luxemburger Deklaration zur betrieblichen Gesundheitsförderung in der EU, 2007)