Schwerpunktthema

Literatur und Kurse zum Schwerpunktthema

Aktuelle Literatur zum Schwerpunktthema in der Physio Austria-Bibliothek

Erfahrungsaustausch über das ­Leben mit Skoliose

Seit fünf Jahren gibt es in Niederösterreich eine „Selbst­hilfegruppe Skoliose“, die von der Mutter einer jungen ­Skoliose-Patientin, Brigitte Nagl, gegründet wurde.

Gründung einer Physio Austria-Arbeits­gemeinschaft „­Skoliose“

Anlässlich einer Anfrage der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) im März dieses Jahres zur Effizienz und Sinnhaftigkeit von Skoliose­behandlungen wurde eine Projektgruppe bei Physio Austria einberufen, um sich der Thematik anzunehmen.

Es dauerte Jahr­zehnte, bis die Methode ­anerkannt wurde…

Christa Lehnert-Schroth, Tochter der Begründerin der dreidimensionalen Skoliose­behandlung, Katharina Schroth, und Gründerin der Katharina-Schroth-Klinik in Bad Sobernheim (­Deutschland).

Maßgeschneidert in 3D

Die Korsetttherapie stellt bei der Versorgung von idiopathischen Skoliosen einen festen Bestandteil des Behandlungsregimes dar und gilt nach internationalen Richtlinien bei einem Krümmungswinkel von 25° bis 40° nach Cobb als Mittel der Wahl, um die Progredienz zu verlangsamen oder aufzuhalten (Abb. 1). Aus orthopädietechnischer Sicht ist sie eine der größten Herausforderungen, da neben der komplexen dreidimensionalen Fehlstellung der Wirbelsäule auch die psychosoziale Komponente und – je nach Kostenträger – die finanzielle Situation eine entscheidende Rolle spielt.

Neues ­Konsensus­papier zur Behandlung ­idio­pathischer Skoliose

Ein wichtiger Aspekt in der Skoliosebehandlung ist die Entwicklung und Verbesserung von inter­disziplinär einheitlichen Vorgehensweisen. Die Zweckmäßigkeit von therapeutischen Interventionen in der Skoliosebehandlung ist dabei ein hochaktuelles Thema. Beim Skoliosekongress der International Society on Scoliosis Orthopaedic and Rehabilitation Treatment (SOSORT) von 19. – 21. Mai 2011 in Barcelona wurde ein Konsensuspapier beschlossen, welches im renommierten „Scoliosis­journal“ (www.scoliosisjournal.com) im November dieses Jahres veröffentlicht wird und eindeutige Richtlinien für die Behandlung von PatientInnen mit idiopathischer Skoliose gibt.

Aktive Auseinander­setzung mit dem Körper

Die Diagnose und Behandlung einer Skoliose fällt meist in die sensible Entwicklungsphase der Pubertät und kann für Betroffene bedeutende psychologische Konsequenzen haben. Vor allem die Korsettbehandlung bedeutet eine massive Einschränkung der Lebensqualität der Jugend­lichen. Hinzu kommen die Auseinandersetzung mit kosmetischen Beeinträchtigungen und die Eigenmotivation sich in eine, über einen längeren Zeitraum, zeitintensive Behandlung zu begeben.

Kinder, ­Korsette und ­Compliance

Der Erfolg der konservativen Versorgung von Kindern mit idiopathischer Skoliose steht und fällt mit der Compliance der jungen PatientInnen. Was schon bei Erwachsenen nicht immer möglich ist, man erinnert sich hier an „low back pain“- PatientInnen, die ihre therapeutischen Übungen meist nur solange machen, solange der Schmerz dazu motiviert, ist bei Kindern und Jugendlichen ungleich schwieriger zu erreichen.

Physiotherapie am Beginn der Behandlung von Kindern mit idiopathischer Skoliose

Die Fehlhaltung, die der Entwicklung von idiopathischen Skoliosen vorangeht, äußert sich in einer Entkyphosierung der Brustwirbelsäule und Entlordosierung der Lendenwirbelsäule. Dieser Abweichung in der Sagittalebene sollte gebührende Aufmerksamkeit geschenkt werden, denn die Früherkennung muss genau an diesem frühen Punkt der Wirbelsäulendeformität ansetzen, um relevante physiotherapeutische Behandlungserfolge zu ermöglichen.

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