Schmerz

In Österreich leiden circa 1,5 Millionen Menschen an persistierenden Schmerzen. Davon gibt circa die Hälfte der Betroffenen an, dass sie in ihrem Alltag- und Berufsleben unmittelbar beeinträchtigt sind (Allianz Chronischer Schmerz, 2015). Schmerzen welche länger als 12 Wochen bestehen werden laut World Health Organisation (WHO) und Österreichische Schmerzgesellschaft (OSG) als „chronisch“ bezeichnet. Neben dem zeitlichen Faktor spielt allerdings noch eine Vielzahl an psychosozialen Komponenten eine wesentliche Rolle zur Prolongierung von Schmerzzuständen. Bis PatientInnen mit ihrem individuellen Leiden eine adäquate, interprofessionelle Behandlung erfahren vergehen oft mehrere Jahre, welche das Chronifizierungsgeschehen zusätzlich begünstigen.

Das fachliche Netzwerk Schmerz

PhysiotherapeutInnen erfüllen gerade im Zuge der Schmerzversorgung sämtliche Rollenbilder welche inzwischen nach europäischem Standard folgendermaßen beschrieben sind:

  • Experte/Expertin in der Physiotherapie (Wissen über Grundlagen der Schmerzphysiologie und den aktuellen Stand der Forschung)
  • Kommunikator/Kommunikatorin (Clinical Reasoning als Gesprächstool sowie gezielte Gesprächsführung mit Betroffenen)
  • Teamworker/Teamworkerin (Erkennen der Wertigkeit und Notwendigkeit eines interdisziplinären und multiprofessionellen Ansatzes in der Schmerzversorgung)
  • Manager/Managerin (Planung, Organisation, Priorisierung, Evaluierung etc. des jeweiligen Arbeitsprozesses)
  • Gesundheitsförderer/Gesundheitsförderin (Präventive Ansätze im Rahmen der Schmerzversorgung)
  • Innovator/Innovatorin (Weiterentwicklung im Sinne eines Life-long-learning-Prozesses, Miteinbeziehung wissenschaftlicher Aspekte, Forschung)
  • Professionsangehöriger/Professionsangehörige (Darstellung und Erkennung der eigenen Zugehörigkeit als Physiotherapeut im gesellschaftlichen Sinn allgemein und im Rahmen von Mitarbeit in Organisationen etc.)

Quelle: Die Physiotherapeutin / Der Physiotherapeut – Kompetenzprofil, Physio Austria. Version: 23.12.2015

Die vorliegende Rollen- und Kompetenzbeschreibung lässt die vielseitige und verantwortungsvolle Aufgabe in der Behandlung von SchmerzpatientInnen erkennen. An Hand dieser Kompetenzen versucht das fachliche Netzwerk Schmerz zielorientiert eine Verbesserung auf diesem Sektor zu erzielen.

News

Schmerzkurs Basis 2018

In dieser neu konzipierten Ausbildung zum Thema „Schmerzmanagement“, welche bereits zum zweiten Mal stattfindet, ist es möglich in einem interdisziplinären Rahmen gemeinsam mit ÄrztInnen und PsychologInnen im Ausmaß von 80 Stunden umfassendes Wissen zur evidenzbasierten Versorgung akuter und chronischer Schmerzsyndrome zu erwerben. Mit Physio Austria als Kooperationspartner organisiert der Verein Fokus-Medizin gemeinsam mit der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) diese postgraduelle Ausbildung im Seminarhotel Retter in Pöllauberg.

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