Chronische Schmerzen - Spiegeltherapie und Mentales Training

als alternative Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung chronischer Schmerzsyndrome wie z.B. dem komplexen regionalen Schmerzsyndrom (CRPS), Phantomschmerzen oder andere neuropathische Schmerzsyndrome stellt für TherapeutInnen und ÄrztInnen immer wieder eine Herausforderung dar. Viele dieser Krankheitsbilder lassen sich mit herkömmlichen Behandlungsansätzen meist nur sehr schwer oder zum Teil gar nicht therapieren.
Die in den letzten Jahren gewonnenen Erkenntnisse aus der Neurophysiologie und der Hirnforschung haben neue kognitive Ansätze in der Therapie dieser Schmerzsyndrome möglich gemacht.
Zu diesen neuen Behandlungsstrategien zählen u.a. Spiegeltherapie, Lateralitätstraining (die Fähigkeit zur Erkennung von verschiedenen Positionen bzw. Bewegungen der Extremitäten), sowie mentales Training von Bewegungen.
In aktuellen wissenschaftlichen Untersuchungen hat sich gezeigt, dass diese kognitiven Therapiemethoden einen positiven Effekt auf die Symptomatik von PatientInnen mit Phantomschmerzen und CRPS haben. Darüber hinaus scheint es auch bei anderen zentralen Schmerzsyndromen eine mögliche Behandlungsoption zu sein.
In diesem Seminar werden sowohl neueste wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung und aus Therapiestudien, sowie die klinischen Anwendungsmöglichkeiten dieser Therapiemethoden vorgestellt.

Ziel:

  • Der Kursteilnehmer/die Kursteilnehmerin ist in der Lage, den theoretisch-wissenschaftlichen Hintergrund von chronischen Schmerzen zu erklären und die Wirkungsweise der Spiegeltherapie und des mentalen Trainings bei diesen Krankheitsbildern zu beschreiben.
  • Der Kursteilnehmer/die Kursteilnehmerin kennt die praktischen Anwendungsmöglichkeiten bei Phantomschmerz- und CRPS-PatientInnen, sowie bei anderen neuropathischen Schmerzsyndromen und kann den theoretischen Hintergrund erklären.
  • Der Kursteilnehmer/die Kursteilnehmerin kennt geeignete Assessments/Testverfahren, um die Therapieeffekte systematisch zu evaluieren.

 

Inhalt:
Theoretisch-wissenschaftlicher Hintergrund

  • Ätiologie des neuropathischen Schmerzes: periphere und zentrale Mechanismen (Neuromatrix-Theorie des Schmerzes und Neuroplastizität)
  • Pathophysiologie von Phantomschmerz und CRPS: neueste Forschungsergebnisse
  • Das Spiegelneuronensystem und sein Potenzial für die senso-motorische Rehabilitation
  • Visueller Kortex, Körperschema und die Somatosensorik: welchen Einfluss hat dies auf die Entwicklung und Instandhaltung neuropathischer Schmerzen?
  • Welche Evidenz gibt es für diese Therapiemethoden?

Die praktische Anwendung der Therapie

  • Praktische Umsetzung der Therapie bei Phantomschmerzen nach Amputationen
  • Die praktische Umsetzung bei PatientInnen mit CRPS Typ I und II
  • Welche Möglichkeiten bietet die Therapie bei peripheren Überempfindlichkeiten nach Operationen oder komplexen Traumen?
  • Ein Ausblick auf evtl. weitere mit Spiegeltherapie und anderen kognitiven Therapieformen behandelbare Pathologien
  • Geeignete Testverfahren zur Evaluation der Therapie

04.02.2012

Kursgebühr für Mitglieder

€ 120,00

Kursgebühr

€ 156,00

Dauer

7 UE à 45 Min.

Kursart

Zielgruppe