Unter Therapie versteht man die Früh- und Langzeitbehandlung akuter und chronischer Erkrankungen, unterstützend zu anderen Behandlungsmaßnahmen bei akuten Erkrankungen.

Menschen mit neurologischen Erkrankungen oder Verletzungen des zentralen und peripheren Nervensystems die in ihrer Bewegungsfähigkeit und somit in ihren Alltagsaktivitäten eingeschränkt sind, können diese durch spezialisierte physiotherapeutische Behandlung (Neurophysiotherapie) verbessern.

NeurophysiotherapeutInnen eignen sich nach dem Basisstudium für Physiotherapie spezielles therapeutisches Fach-, oder Expertenwissen sowie praktische Fähigkeiten im Fachgebiet Neurologie an.
Dazu zählen Zusatzausbildungen in neurophysiologischen Behandlungsmethoden wie Bobath, PNF, Vojta (von mindestens 150 Unterrichtseinheiten) und Fortbildungen über Verfahren wie z.B. Laufbandtherapie, funktionelle Elektrostimulation, Forced Use, Biofeedback, etc.
Die Kenntnis von neuropsychologischen Problemen (z.B. Gedächtnisprobleme, Sprachstörungen,...) wird in die Behandlung integriert.


WELCHE KRANKHEITSBILDER FALLEN IN DEN FACHBEREICH DER NEUROLOGIE?

• Schlaganfall oder Gehirnblutung
• Multiple Sklerose
• Morbus Parkinson
• Gehirn-, oder Rückenmarksverletzungen (Schädel-Hirn Trauma, Querschnitt,...)
• periphere Nervenerkrankungen
• Muskelerkrankungen
• Wirbelsäulenerkrankungen (Bandscheibenvorfall mit beteiligter Nervenverletzung,...)


BEI WELCHEN PROBLEMEN KÖNNEN NEUROPHYSIOTHERAPEUTINNEN HELFEN?

• Wenn die Möglichkeit, Ihrem Beruf und Ihren Freizeitaktivitäten nachzugehen, oder soziale Kontakte zu pflegen, eingeschränkt ist.

• Wenn Ihre Bewegungsfähigkeit im Alltag unsicher, eingeschränkt oder nicht vorhanden ist, z.B. beim Aufstehen, Stehen, Gehen, Einsatz von Arm und Hand beim Schreiben, Essen, Anziehen, Körperpflege.

• Wenn Sie merken dass Sie an Kraft verlieren, Schwächen bis hin zu Lähmungen entwickeln.

• Wenn Sie an Ausdauer verlieren und rasch ermüden.

• Wenn Ihre Bewegungen ungeschickt und unkoordiniert sind.

• Wenn Sie Gleichgewichtsprobleme haben, häufig stolpern oder stürzen.

• Wenn Sie eine Gesichtslähmung und/oder Probleme beim Schlucken haben.

• Wenn Sie Schmerzen haben die Ihre Bewegungsfähigkeit einschränken.

• Wenn Sie Gefühlsstörungen im Arm oder Bein haben, wie z.B. kribbeln oder ein taubes Gefühl.


WAS GESCHIEHT IN DER THERAPIE? WELCHE MASSNAHMEN WERDEN GESETZT?

Nach der Befundaufnahme, zu der vor allem eine genaue Bewegungsanalyse gehört, wird mit dem Betroffenen gemeinsam ein Therapieziel festgelegt und die Therapiemaßnahmen besprochen und individuell ausgewählt, z.B.:

• Anbahnung neuer Muskelaktivität bei bestehenden Lähmungen
• Erhalten von Beweglichkeit (durch aktives Bewegen, Dehnen, Lagerung, manuelle Techniken...).
• Aktives Training vorhandener Ressourcen (Verbessern von Kraft, Koordination, Ausdauer.
• Wiedererlernen schwierig gewordener oder verloren gegangener Bewegungsabläufe und deren Umsetzung in den Alltag.
• Erarbeiten und Erlernen von Kompensationsstrategien.
• Beratung von Angehörigen.
• Erstellen eines Trainingsprogrammes.
• Unterstützung bei Hilfsmittelauswahl und -versorgung oder -anpassung (z.B. Orthesen, Gehhilfen, Rollstuhl,..)

Die/der PhysiotherapeutIn ist gesetzlich verpflichtet, Befund, Ziele, Maßnahmen und Verlauf der Therapie kontinuierlich zu dokumentieren.


WIE FINDE ICH FREIBERUFLICHE NEUROPHYSIOTHERAPEUTINNEN?

Über die Freiberuflichenliste von Physioaustria (www.physioaustria.at), finden Sie freiberuflich tätige PhysiotherapeutInnen für den Fachbereich Neurologie.

Fragen Sie diese, ob sie eine Zusatzausbildung in einer neurophysiologischen Behandlungsmethode haben!

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