Von 22.–24. Oktober fand das erste Internationale „Gipfeltreffen“ zum Thema Direktzugang von PatientInnen zur Physiotherapie und Ausrichtung des Berufsfeldes in National Harbor, MD, USA statt.

Veranstaltet wurde die Tagung vom Weltverband für Physiotherapie (WCPT) in Kooperation mit dem US-Amerikanischen Verband sowie dem Kanadischen Verband für Physiotherapie. 150 PhysiotherapeutInnen aus 18 Ländern, vorwiegend VertreterInnen der Berufsverbände – von Australien bis Österreich – nahmen daran Teil. Für Physio Austria war Nicole Muzar vertreten.

Das Thema des Direktzugangs von PatientInnen zur Physiotherapie (sprich: ohne ärztliche Zuweisung) mit welchem auch die Begriffe „First contact practitioning“ oder „self referral“ in unmittelbarem Zusammenhang stehen, befasst weltweit die Physiotherapie-Berufsverbände. Die Tagung bot Gelegenheit in diesbezügliche Regelungen verschiedener Länder Einblick zu nehmen und Erfahrungen hinsichtlich der Umsetzung und Implementierung auszutauschen. Interessant z.B., dass – wie der Präsident des Neuseeländischen Verbandes, Johnathan ­Warren referierte – es neben der seit Jahrzehnten bestehenden Möglichkeit des Direktzugangs – für PhysiotherapeutInnen in Neuseeland z.B. auch möglich ist, PatientInnen zum Röntgen zu überweisen. Die physiotherapeutische Krankenbehandlung ohne ärztliche Überweisung ist auch in einem Großteil der Staaten der USA sowie Kanadas möglich. Vorreiter in Europa zum Thema Direct Access bzw. self referral sind Irland und Großbritannien. Seit 2006 besteht diese Möglichkeit auch in den Niederlanden. Deutlich wurde, dass die unterschiedlichen Gesundheitssysteme und Finanzierungsmodelle sich auch in den Modellen der Umsetzung des Direktzugangs niederschlagen. Dieser Austausch und die Zusammenarbeit über die Grenzen hinweg ist nicht nur aus Sicht der PatientInnen essenti­ell, sondern auch aus (berufs)politischer Sicht für die Entwicklung des Berufsbildes der PhysiotherapeutInnen und hinsichtlich ihrer Aus- und Weiterbildung sowie der Forschung. Physio Austria wird hinsichtlich dieser Thematik in einen Diskussionsprozess einsteigen. In diesem Zusammenhang sind z. B. im Rahmen der Aus- und Weiterbildung für niedergelassene PhysiotherapeutInnen Qualifikationserfordernisse zu identifizieren. Für die Ausbildung ist zu evaluieren, in welcher Weise die Ausbildungscurricula zu adaptieren sind, um die AbsolventInnen auf ein diesbezügliches Berufserfordernis vorzubereiten.

Mag. Nicole Muzar, PT

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