Auch wenn die Plattform als gemeinnütziger Verein keine besonderen Befugnisse oder gesetzliche Funktion hat, so liest sich die Liste der Mitglieder wie eine Aufstellung der wichtigsten Institutionen im österreichischen Gesundheitswesen: Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Österreichische Apothekerkammer, Österreichische Ärztekammer, Österreichische Gesellschaft für Chirurgie, Rotes Kreuz, MTD-Austria, ÖGKV - Österreichischer Gesundheits- und Krankenpflegeverband, Wiener Krankenanstaltenverbund und eben Physio Austria – um einige wichtige zu nennen.
Ziel und gleichzeitig Stärke der Plattform ist „die Vernetzung aller Akteure, die Maßnahmen zur Patientensicherheit treffen“, erklärt ANetPAS-Geschäftsführerin Dr. Maria Kletecka-Pulker (gleichzeitig Geschäftsführerin des Instituts für Ethik und Recht in der Medizin – siehe Bericht Seite 9). Immer wieder fragen beispielsweise Beauftragte aus Krankenanstalten an, um nach bereits vorhandenen Konzepten zur PatientInnensicherheit und den Erfahrungen damit zu fragen.
Erst im Dezember des Vorjahres wurde eine OP-Sicherheits-Checkliste herausgegeben. Die Broschüre „Wenn etwas schief geht. Kommunizieren und Handeln nach einem Zwischenfall“ dient MitarbeiterInnen im Gesundheitswesen als Leitfaden für den Umgang mit eigenen Fehlern bzw. den Umgang mit PatientInnen, wenn Fehler passiert sind.
Eine auch aus physiotherapeutischer Sicht brisante Tagung der Plattform steht im Juni auf dem Programm: Unter dem Titel „Die Qual der Wahl“ wird erörtert, nach welchen Kriterien sich PatientInnen ihre Behandlung aussuchen. Dabei wird es auch um Abgrenzung gesetzlich verankerter Gesundheitsberufe von anderen – etwa gewerblichen – Berufen gehen, oder auch um die Frage der Anerkennung neuer Gesundheitsberufe.
„Für die Patienten ist das wachsende Angebot unterschiedlichster Berufe nur schwer zu durchschauen“, weiß Kletecka-Pulker. In dieser Hinsicht wird allerdings auch die erwähnte Tagung nicht wirklich Abhilfe schaffen können. Denn letztlich stellt sich die Frage, wer informiert die PatientInnen. Dazu gibt es zwar konstruktive Projekte wie etwa das von der Gesundheit Österreich GmbH betreute Internetportal www.gesundheit.gv.at (siehe „inform“ 1/2010) und jede Menge seriöse Informationsangebote der Gesundheitseinrichtungen und Berufsverbände wie zum Beispiel von Physio Austria. Wo sich die PatientInnen aber ihre Informationen holen, ist letztlich nicht kontrollierbar. Und das Informationsangebot ist mindestens so bunt wie das Behandlungsangebot.
Kletecka-Pulker ist sich dieser Problematik durchaus bewusst: „Die Aufklärung ist der Risikofaktor in der Selbstbestimmung des Patienten“.
Otto Havelka
Risikofaktor Aufklärung





