Bereits seit drei Jahren läuft im Rahmen der Gesundheitsförderung am BG/BRG Bruck an er Leitha ein vom Ministerium gefördertes Pilotprojekt „Gesünder Leben“: Für knapp tausend SchülerInnen in 31 Klassen wird pro Schuljahr eine Gesundheitsschwerpunkt in Theorie und Praxis abgehandelt. Nach der „Ernährung“ stand heuer das Thema „Rücken-fit“ am Stundenplan der SchülerInnen – und auch ihrer Eltern und LehrerInnen.
16 Physiotherapie-StudentInnen der Fachhochschule Campus Wien sowie der auslaufenden Akademie am Kaiser Franz-Josef-Spital rückten aus, um von 27. bis 30 April am BG/BRG Bruck an er Leitha im Rahmen eines Unterrichts-Praktikums eine „Rücken-fit-Woche“ durchzuführen.
Zum Einen wurden in jeder Klasse zwei Stunden „Rücken-fit“ abgehalten. Am Programm standen für SchülerInnen typische Bewegungen und Körperhaltungen wie Sitzen, Bücken, Heben, Tragen, aber auch Entspannung durch Atemübungen, und Schulung der Wahrnehmung des eigenen Körpers. Die besondere Herausforderung, die sich für die drei Organisatorinnen – die beiden Lehrtherapeutinnen Elisabeth Jelem-Zdrazil und Claudia Schume, sowie die am BG Bruck unterrichtende Bewegungserzieherin Mag. Sabine Puchinger – stellte: Die „Rücken-fit“-Inhalte didaktisch so unterschiedlich aufzubereiten, dass sie für 10-jährige GymnasiastInnen ebenso „cool“ sind wie für angehende MaturantInnen. „Die Aktion macht nur Sinn, wenn die Kinder und Jugendlichen Freude an der Bewegung haben“, weiß Claudia Schume, die schon vor etlichen Jahren an Wiener Volksschulen die Aktion „Kids enorm in Form“ initiierte.
Neben den SchülerInnen wurden aber auch deren Eltern zu einem „Rücken-fit“-Abend eingeladen. Rund 150 Eltern spazierten dabei durch eine „Gesundheitsstraße“ in der Schule, an der PhysiotherapeutInnen, die Schulärztin oder auch „Blutdruckdetektive“ ihre Stände aufgebaut hatten.
Und schließlich beteiligten sich – zum Gaudium mancher SchülerInnen – auch etliche LehrerInnen am „Rücken-fit“-Programm. ›Gesunde Schule‹ setzt auch Bewusstseinsbildung und Wissen der LehrerInnen voraus, die Kinder und Jugendliche über Jahre begleiten und anregen können“, ist Elisabeth Jelem-Zdrazil überzeugt. Um der Aktion Nachhaltigkeit zu verleihen, werden daher 15 LehrerInnen an zwei Tagen im Studiengang Physiotherapie der FH Campus Wien geschult, wie sie entsprechende 5-Minuten-Übungen regelmäßig in den Unterricht einbauen können. „Um sich gesund zu verhalten, muss man sich daran gewöhnen“, so Jelem-Zdrazil.
Damit noch nicht genug: Im Frühjahr 2010 sollen einige Physiotherapie-StudentInnen im Rahmen ihres Berufspraktikums vier Wochen am Gymnasium in Bruck verbringen und Präventionskonzepte zu konkreten Fragestellungen entwickeln.
Bewegungserzieherin und Lehrerin (Geografie und Wirtschaftskunde) Mag. Sabine Puchinger ist von der – in dieser Form einzigartigen – Aktion begeistert. „Wir wissen, dass 40 bis 60 Prozent der Kinder Haltungsschäden aufweisen. Dem entgegen zu wirken ist nur dank eines unglaublichen Engagements aller Beteiligten möglich“.
In der kleinen Stadt im Osten des Landes hat sich mittlerweile eine verschworene und schlagkräftige Einheit zur Gesundheitsförderung etabliert. Am BG/BRG Bruck an der Leitha wurde ein eigenes Gesundheitsteam, in dem sowohl Eltern wie LehrerInnen, aber auch Schulärztin und -direktor vertreten sind, gegründet und das in regelmäßigen Sitzungen Strategien gegen die immer wiederkehrenden Angriffe auf die Gesundheit der SchülerInnen ausheckt.
Im Vergleich mit dem berühmt-berüchtigten Gallier-Dorf von Asterix und Obelix fehlt ihnen nur noch der „Zaubertrank“.
Otto Havelka
Den Rücken stärken





