Gibt es künftig in Österreich „Hand­therapeutInnen“?

Die Frühjahrsklausurtagung 2009 der Österreichischen Gesellschaft für Handchirurgie (ÖGH) am 6./7. März war eine in vieler Hinsicht bemerkenswerte Veranstaltung. Nicht zuletzt, weil die Tagung erstmals gemeinsam mit Physio- und ErgotherapeutInnen abgehalten wurde. Aufgrund des großen Interesses von mehr als 200 TeilnehmerInnen sollen auch künftig gemeinsame Kongresse abgehalten und darüber hinaus die Zusammenarbeit intensiviert werden.

Der erste Tag stand ganz im Zeichen der Handtherapie. Vorträge von Handchirurgen für die TherapeutInnen aus Ergo- und Physiotherapie zu den Themen „Anatomie und Biomechanik der Hand“, „Endoprothetik an der Hand“, „Frühdiagnostik und Therapie des CRPS“, „Die Hand des Rheumatikers“ sowie „Frische Handverletzungen“ fanden großen Anklang.

„inform“ berichtet in dieser Ausgabe ausführlicher über Themen, die physiotherapeutisch von besonderer Relevanz sind. Sämtliche Vorträge können aber auch über die website www.handchirurgen.at eingesehen werden.

Vision „HandtherapeutIn“

Die menschliche Hand ist nicht nur aufgrund ihrer (anatomischen) Konstruktion ein besonderer Körperteil, sondern in Zusammenhang mit dem Tastsinn auch für die Lebensqualität von überdurchschnittlicher Relevanz. ExpertInnen, die sich mit diesem Thema beschäftigen, haben längst erkannt, dass für die Behandlung von Handverletzungen und –erkrankungen daher umfassende interdisziplinäre Konzepte gefragt sind.

Neben speziell ausgebildeten „Handchirurgen“ – hauptsächlich sind das Unfall- und Mikrochirurgen, sowie Orthopäden – haben sich in vielen Ländern auch sogenannte „HandtherapeutInnen“ etabliert. Zum weitaus überwiegenden Teil sind dies Ergo- oder PhysiotherapeutInnen, die in eigenen Handtherapieverbänden organisiert sind.

Die ÖGH will nun versuchen, diesen international üblichen Standard auch in Österreich zu realisieren und Spezialisierungen von Ergo- und PhysiotherapeutInnen als „HandtherapeutInnen“ zu ermöglichen. Als erster Schritt für eine – im Interesse der PatientInnen – interdisziplinäre Zusammenarbeit wurde die gemeinsame Frühjahrsklausurtagung am LKH Steyr (OÖ) organisiert.

Otto Havelka

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