Ende vergangenen Jahres startete flächendeckend die Schulung von Qualitätsbeauftragten an Akademien und Studiengängen für Physio­therapie.

Den Anstoß zu diesem Projekt, an allen physiotherapeutischen Bildungseinrichtungen eine/n Qualitätsbeauftragte/n zu etablieren, lieferte die Umstellung der Physiotherapie-Ausbildung von Akademien auf Fachhochschulen. Denn während es für die Akademien einen mehr oder minder fixen, gesetzlich vorgeschriebenen Lehrplan gab, obliegt dies beim akademischen Studium (an der FH) der jeweiligen Ausbildungseinrichtung. Sie muss sich lediglich am gesetzlich festgeschriebenen Berufsbild und den lt. FH-MTD-Ausbildungsverordnung zu erwerbenden Kompetenzen orientieren.

Daraus ergeben sich zwei wesentliche Aufgaben:
Statt abgefragtes Wissen zu benoten, wird an der FH erworbene Kompetenz beurteilt. „Die Frage ist nur“, so die Vertreterin für Bildung und Forschung im Präsidium von Physio Austria, Elisabeth Eckerstorfer, „wie messe ich Kompetenz“?

Darüber hinaus muss es das Ziel sein, an allen physiotherapeutischen Bildungseinrichtungen in Österreich ein gleichmäßig hohes Ausbildungsniveau zu erreichen.

Auf Basis dieser Überlegungen wurde in Österreich ein international beispielgebendes Projekt zur Implementierung von Qualitätsbeauftragten gestartet.

Die Schulung umfasst das Modul „Qualitätsmanagement und Evaluation“ mit 4 Lehrblöcken und das Modul „Qaulitäts­sicherung in der Lehre“ mit 2 Lehrblöcken. Die beiden ersten Lehrblöcke „Qualitätsmanagementmodelle in Bildungseinrichtungen“ und „Instrumente der Qualitätsentwicklung in der Lehre“ sind vergangenen November über die Bühne gegangen. Insgesamt nahmen daran 11 TeilnehmerInnen von acht Ausbildungs­standorten (Wien zählt dabei als 1 Standort) teil. Im März und Juni 2009 finden die weiteren Lehrblöcke statt.
Ergebnis des Projektes könnte laut Eckerstorfer sein, „ein Werkzeug zu generieren, mit dem die erworbene Kompetenz der AbsolventInnen einheitlich bewertet werden kann“.

Dann freilich geht die Sache erst richtig los, wenn aufgrund der Erfahrungen Anpassungen und Korrekturen vorgenommen werden. „Wir sind uns dessen bewusst, das uns das Projekt bis zur Bahre begleiten wird“, so Eckerstorfer, „aber die Motivation ist groß“.

Otto Havelka

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