Der Schweizer Verband für Sportphysiotherapie lud am 21. November 2008 zum internationalen Symposium „Schulter & Sport“ in Bern. Unter den rund 350 Teilnehmern war auch der Leiter der Fachgruppe Sportphysiotherapie von Physio Austria, Karl Lochner PT.

Keynotespeaker war Kevin Wilk - einer der weltweit renommiertesten Sportphysiotherapeuten zum Thema Schulter. Er berichtete über die Werfer-Schulter, die enormen Belastungen ausgesetzt ist (7500 Grad pro Sekunde in Innenrotation (IR) - das entspricht ca. 20 Umdrehungen des Armes und stellt damit die schnellst mögliche Bewegung des menschlichen Körpers dar).

Voraussetzung dafür sind eine perfekte Beweglichkeit der Schulter (vor allem IR), Stabilität der Scapula und auch eine maximale AR des Armes. Ferner muss eine perfekte Stabilität der Wirbelsäule gegeben sein.

Conny Albrecht (Schulthess Klinik Zürich, Schweiz) präsentierte die Frühphasen der Rehabilitation und schloss sich der Meinung von Kevin Wilk an, dass neben der freien Beweglichkeit der Schulter die Stabilität der WS und des Beckens maßgeblich sind. Sie trainiert auch bereits in der Frühphase die Beinachsen, um Stabilität zu erreichen.
Stabilität ist vor allem deshalb von entscheidender Bedeutung, weil im Spitzensport (Tennis - Volleyball – Handball) die Schlag-/Wurfbewegung meist in der Luft statt findet und daher eine rotatorische Stabilität gegeben sein muss.

Dr. Jeremy Lewis, PhD betonte die Wichtigkeit einer strukturierten klinischen Untersuchung und wies darauf hin dass radiologische Untersuchungen und die meisten klinischen Tests oftmals keine Erklärung über Schulterbeschwerden geben. Er präsentierte seine Shoulder Symptom Modification Procedure (SSMP), die Beschwerden der Schulter besser erklären sollen (British Journal of Sports Medicine, Sept 2008) und wies darauf hin, dass die PhysiotherapeutInnen in der Lage sein sollten, umfassend klinisch untersuchen UND behandeln zu können.

Neben den fachspezifischen Themen ging es aber auch um Berufspolitik. Physio Austria-Vertreter Karl Lochner registrierte mit leicht neidvollem Blick, dass es der Schweizer Sportphysiotherapieverband geschafft hat, gleichberechtigt mit dem medizinischen Komitee im Schweizer Olympischen Komitee Swiss Olympic) angenommen zu werden.

Karl Lochner PT

Web-Tipps:
www.kevinwilk.com
www.sportfisio.ch/deutsch/start.html