Als besonderes Zuckerl konnten im Vorfeld des Kongresses innovative Projekte eingereicht werden und der/die GewinnerIn wurde dafür mit einer Kongressteilnahme inkl. Übernachtung und Anreise belohnt. – Und diesen Preis holte sich Barbara Wondrasch mit ihrem Projekt „Patellofemorales Schmerzsyndrom bei Läufern: Zusammenhang zwischen Hüfte und Fußgelenk und dem Entstehen des patellofemoralen Schmerzsyndroms“.
Die Projektidee
Das patellofemorale Schmerzsyndrom (PFSS) ist eines der häufigsten Knieprobleme körperlich aktiver Personen. Bei Laufsportarten, vor allem über längere Distanzen, sind fast 20% aller Athleten davon betroffen. Trotz dieses hohen Aufkommens ist die Entstehung und Ursache des PFFS noch nicht ganz geklärt, was einerseits auf die schwierige Definition dieses Krankheitsbildes zurückzuführen ist, andererseits haben viele Studien gezeigt, dass es nur eine geringe Übereinstimmung in den Themenbereichen Terminologie, Ätiologie und Behandlung gibt. Als Hauptursachen werden knöcherne Veränderungen und muskuläre Dysbalancen genannt, die zu einer veränderten Patellakinematik führen und es dadurch zu abnormen Belastungen im Patellofemoralgelenk kommt
Anatomisch gesehen liegt das Kniegelenk zwischen dem Hüftgelenk (proximal) und dem Fußgelenk (distal) und wird somit von der Stellung und Bewegung dieser beiden Gelenke beeinflusst. Das heißt: Diese beiden Gelenke haben einen großen Einfluss auf die Biomechanik des Kniegelenks und vor allem auf das Patellofemoralgelenk. Eine Schwäche der Hüftmuskulatur führt zu exzessiven Bewegungen des Femurs, die negative Auswirkungen auf das Patellofemoralgelenk haben. Fußfehlstellungen und Statikprobleme der Fußgelenke beeinflussen von distal die Biomechanik des Patellofemoralgelenks.
Erstes Ziel dieser Untersuchung ist es, einen Zusammenhang zwischen der Hüftmuskulatur (Kraft) und der Kinematik des Hüftgelenks während eines Langstreckenlaufes bei Laufsportlern mit PFFS herzustellen und mit den Ergebnissen von Läufern ohne PFFS zu vergleichen.
Zweites Ziel ist es, heraufzufinden in wie weit das Kniegelenk von distal beeinflusst wird. Hier soll ein Zusammenhang zwischen der Höhe des Fußgewölbes und der Kniebewegung in der Frontalebene hergestellt werden.
Es sollen zwei Gruppen gebildet werden. Gruppe A inkludiert Läufer mit der Diagnose PFFS, Gruppe B inkludiert Läufer mit dem gleichen Leistungsniveau wie Gruppe A, nur ohne Erkrankungen oder Verletzungen der unteren Extremität.
Isometrische Kraftmessungen der Hüftabduktoren, Hüftextensoren und Hüftaußenrotatoren werden unmittelbar vor dem Lauf und danach durchgeführt (Methode von Ireland et al.). Als Kraftmessgerät dient ein tragbares Dynanometer. Die Höhe des Fußgewölbes wird mittels Maßband bestimmt. Als Referenzpunkt dient das Os naviculare und es wird der Abstand zum Boden unmittelbar vor und nach dem Lauf abgemessen.
Nun soll diese Idee auch in der Praxis umgesetzt werden. „Ende März bis Anfang April, wenn die LuftsportlerInnen wieder voll im Training sind“, will Wondrasch das Projekt starten.
Otto Havelka
Auszeichnung für innovatives Physiotherapie-Projekt





