Physiotherapie ist von SchmerzpatientInnen ­gefragt

Am 24. April fand im Festsaal des Wiener ­Rathauses der „3. Wiener Schmerztag“ statt. Auch Physio Austria war vertreten.

Für Physio Austria, das durch eine Physiotherapeutin und einen Physio­therapeuten mit einem Informationsstand vertreten war, bot sich eine hervorragende Gelegenheit, über Physiotherapie im Allgemeinen und im Besonderen zum Thema “Schmerz“ umfassend zu informieren. Im Vordergrund stand dabei, den Stellenwert, die Möglichkeiten und Grenzen von physiotherapeutischen Maßnahmen in der Vorbeugung und Behandlung von Schmerz aufzuzeigen.

Rund 75 VeranstaltungsbesucherInnen frequentierten den Physio Austria-Stand und erkundigten sich zum größten Teil nach Möglichkeiten der Physiotherapie bei chronischen Schmerzen:
•    TherapeutInnen-Suchende,
•    Schmerz-PatientInnen mit schon längerer „Schmerz-Karriere“ („ich hab eh schon alles ausprobiert“), die sich neue Impulse von der Physiotherapie erhofften,
•    Menschen, die „schon immer Bewegung gemacht hatten und regelmäßig machen“ und die „Bewegung als vorbeugende und heilende Medizin“ betrachten,
•    InteressentInnen an der physiotherapeutischen Ausbildung
•    aber auch einige, die fragten, was denn Physiotherapie überhaupt sei, was die PhysiotherapeutInnen beim Schmerztag denn machten und wofür sie stehen.

Insgesamt waren die Rückmeldungen der BesucherInnen durchwegs positiv. Von chronischen SchmerzpatientInnen war aber auch Resignation, Frustration und Hoffnungslosigkeit nach schon jahrelangen „Therapie-Irrwegen“ zu hören. Häufig waren ausschließlich Passivmaßnahmen, wie Elektrotherapie, Massagen, Unterwasser-Massagen etc., die als Begleitbehandlungen durchaus einen wichtigen Stellenwert haben, über lange Zeit verordnet worden. Sowohl über ­Be-hand-lung, in ihrer ureigensten Bedeutung, durch kompetente PhysiotherapeutInnen als auch von aktivem Eigenbeitrag zu Vorbeugung, Verbesserung oder Beseitigung von Beschwerden respektive Schmerz durch gezielte Bewegung waren sie nicht informiert worden. – Mit dieser Verordnungspraxis sind PhysiotherapeutInnen leider nach wie vor häufig konfrontiert.

In den Gesprächen hat sich aber auch die Tatsache bestätigt, dass es bei Vielen nach wie vor an Motivation zur regelmäßigen Bewegung mangelt.

Gerade die Arbeit mit chronischen Schmerz-Erkrankten ist für PhysiotherapeutInnen tägliche Herausforderung und Auftrag, wissenschaftlich fundiert und seriös zu arbeiten, aber auch die Grenzen in diesem Bemühen zu erkennen.

Christa Hofmann, PT
Alexander Urschel, PT

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